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a leading, independent classical record
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Kommentar Tenebrae hat
sich in seiner kurzen Laufbahn bereits einen bedeutenden Namen durch seine
ebenso originellen wie einschneidenden Neuinterpretationen klassischer
Werke im Chorrepertoire erworben. Diese Aufnahme bietet jedoch ein
innovatives und weniger bekanntes Repertoire, das aus modernen Quellen
zusammengestellt wurde. Die Auswahl reflektiert den explorativen Ansatz
der Gruppe und rückt somit ihren künstlerischen Pioniergeist stärker ins
Rampenlicht. Die CD enthält eine außergewöhnliche Sammlung von Werken
verschiedener lebender Komponisten, unter denen viele erst seit jüngster
Zeit zur kreativen Spitze der Chorszene gehören.
Jonathan Dove (geb. 1959) ist für seine Arbeit in verschiedensten
Musikmedien bekannt, darunter Orchester-, Kammer-, Theater- und Filmmusik.
Da er instinktiv ein dramatischer Komponist ist, haben seine Opern
vielleicht das größte kritische Aufsehen erregt. In seiner zehnjährigen
Zusammenarbeit mit Glyndebourne hat Dove drei groß angelegte
Gemeinschaftsopern verfasst, unter denen Flight wahrscheinlich die
bekannteste ist. Sie wurde 1998 von der Glyndebourne Touring Opera
uraufgeführt und stieß bei Kritikern und Publikum auf einhellige
Begeisterung. Als Komponist für Kirchenmusik hat er eine ganze Reihe von
Auftragsarbeiten erhalten, u.a. für das Spitalfields Festival, den Eton
College Chapel Choir und den Chor von King’s College, Cambridge (‘Festival
of Nine Lessons and Carols’ im Jahr 2000). Aufgrund seiner Vorliebe für
starke Betonung und lebhafte Rhythmen (Eigenschaften, durch die sich sein
Werk allgemein auszeichnet), hat er sich als idealer und erfolgreiche
musikalischer Mitarbeiter im Tanz erwiesen. Seek him that maketh the
seven stars ist die Vertonung von Texten aus dem Buch Amos und aus
Psalm 139. Die Verwendung von Ostinati in der Orgelstimme, welche die oft
durch ‘flehende’ Figuren (‘Seek him’) gekennzeichneten verschlungenen
Vokalstimmen durchkreuzen, beschwört sowohl den sternenübersäten Himmel
als auch die ‘suchende’ Anrufung des Propheten herauf. Der spätere Teil (ein
‘Halleluja’) ist bejahender und triumphierender und das Ende strahlt eine
zuversichtliche Ruhe aus. Das 1995 von der Royal Academy of Arts in
Auftrag gegebene Werk wurde im Juni des gleichen Jahres in der St. James’s
Church, Piccadilly, uraufgeführt, und zwar unter der Leitung von Adrian
Peacock, einem Mitglied von Tenebrae, und mit dem Organisten Jeremy
Filsell (dem Begleiter des Chors). Francis Pott (geb. 1957) war
Chorknabe am New College, Oxford, und Musikschüler am Winchester College,
und er studierte musik an der Universität von Cambridge sowie Komposition
unter Hugh Wood und Robin Holloway und ist zur Zeit Direktor für Musik und
Komposition am London College of Music and Media (Thames Valley
University). Aufgrund seiner Verbindung mit der Kirchenmusik von Kindheit
auf erhält er immer wieder Aufträge für Kathedralen, Kollegien und Kirchen.
Als überragender Pianist hat er ein umfangreiches Oeuvre für das Klavier
geschaffen, doch er ist vor allem für seine Orgelwerke bekannt, die zu den
bedeutendsten Kompositionen des späten 20. Jahrhunderts für dieses
Instrument zählen. Die zweieinhalbstündige, fünfsätzige Orgelsinfonie
Christus stellt einen schöpferischen Beitrag zum Kanon des
Orgelsolisten dar und knüpft in ihrer tiefsinnigen Thematik direkt an
Potts Oratorium A song on the end of the world an—ein Auftragswerk
für das Three Choirs Festival von 1999. Sein Musikstil ist von einer Reihe
bedeutsamer Quellen abgeleitet: der Polyphonie der italienischen,
spanischen und (insbesondere) der englischen Renaissance, den
Klavierkompositionen von Medtner und Rachmaninow und vor allem von dem
formalen und harmonischen Stil des dänischen Sinfonisten Carl Nielsen.
The souls of the righteous wurde von David Bushnell in Angedenken
an seine verstorbene Frau Sheila in Auftrag gegeben. Beide waren über
dreißig Jahre mit der Winchester Cathedral assoziiert, und Sheilas Asche
wurde im Dombereich verstreut. Pott schöpfte seine Inspiration für das
Werk nicht nur aus der Erinnerung an seine eigenen Eltern, sondern auch
aus der Atmosphäre von William Byrds Vertonung (als Justorum animae)
dieser Worte, eine Motette, die für Pott seit seiner Zeit als Chorknabe am
New College eine besonders tiefe Bedeutung hat. Er hat immer versucht, in
seiner Chormusik etwas von der Empfindsamkeit der geistlichen Musik vom
England des 16. Jahrhunderts (statt dem 19.) einzufangen, und in diesem
Fall war ihr Einfluss ganz besonders spürbar. The souls of the
righteous wurde im Jahr 2000 an der Winchester Cathedral uraufgeführt.
Giles Swayne wurde 1946 geboren und bereits als Teenager von seiner
berühmten Kusine Elizabeth Maconchy zum Komponieren angeregt. Zu den
einflussreichen Vorbildern für Swayne in Cambridge zählten Nicholas Maw
und Raymond Leppard, und später, an der Royal Academy of Music in London,
Alan Bush sowie Harrison Birtwistle. Das Magnificat wurde 1982 von
Francis Grier für den Chor von Christ Church, Oxford, in Auftrag gegeben
und von der Southern Arts Association gesponsert. Aufgrund der
einzigartigen Vertonung dieser bekannten Worte ist das Magnificat
heute zu einem klassischen Werk des Chorkatalogs geworden. Das Loblied
nimmt eine zentrale Rolle in den Vespern und dem anglikanischen
Abendgottesdienst ein, und Swaynes Vertonung des lateinischen Textes für
Doppelchor ist die kühne Umgestaltung eines Kriegsgesangs der Zulus,
eingebettet in eine Strawinsky entlehnte, von Ostinati beherrschte
Polyphonie. Sein Ansatz der Distanzierung von spezifischen textlichen
Nuancen weist gewisse Ähnlichkeiten mit dem der großen
Magnifikatvertonungen des 16. Jahrhunderts auf (Vittoria, Palestrina,
Vivanco, Ortiz usw.), doch die pointillistischen Farbtupfer, die Ostinati
und die immer mehr auseinander klaffenden Linienführungen verleihen dem
Werk eine eindeutig zeitgenössische Note. Sir John Tavener (geb. 1944)
hat sich durch die Originalität seines Konzepts und die Entwicklung eines
sehr persönlichen Musikstils einen Ruf erworben, der für einen
zeitgenössischen Komponisten klassischer Musik ungewöhnlich weit
verbreitet ist. Sein Interesse an der russisch-orthodoxen Kirche (der er
1977 beitrat) schlägt sich in einem kompositorischen Stil nieder, der alte
Traditionen aufgreift und eine Besinnlichkeit übermittelt, die in
erfolgreichem Einklang mit den geistigen Interessen unseres modernen
Zeitalters steht. Laut Taveners eigener Aussage ist er darum bemüht, eine
‘Ikone des Klangs’ zu schaffen, und für die außerordentliche Popularität
seiner Musik sprechen die zahlreichen Kunstfestivals, bei denen seine
Werke aufgeführt werden. Das Londoner South Bank Centre veranstaltete im
Oktober 2000 ein bedeutendes dreiwöchiges Festival unter dem Titel
Ikons of light, das allein seiner Musik gewidmet war. Im Jahr 2000
wurde Tavener als Ritter für seine ‘Dienste an der Musik’ in die
königliche Ehrenliste aufgenommen. Mother and child wurde 2002
von Tenebrae in Auftrag gegeben und im gleichen Jahr beim Salisbury
Festival uraufgeführt. Der universale Aspekt der Mutterschaft und
insbesondere der von Maria als Mutter Gottes (als Miterlöserin) ist eine
Idee, die Tavener in seiner Musik immer wieder aufgegriffen hat. Doch
hinter diesem Konzept verbirgt sich das des unendlichen theophanischen
Lichtes, ein Gedanke, der in allen religiösen Traditionen zu finden ist.
Tavener verbindet hier ein Gedicht von Brian Keeble mit griechischen und
sanskritischen Zitaten, letzteres in Form eines dramatischen Anrufes von ‘ATMA’,
ein Begriff, der laut Taveners eigenen Worten für ‘die höchste
Wirklichkeit, das wahre Selbst, glänzend und ewig, den einzigen Gott’
steht. Die zu einem Crescendo angewachsene Musik wird nun mit massiven
Orgelakkorden untermauert und entwickelt sich zu einer überwältigenden
pulsierenden Textur, an deren Höhepunkt ein gewaltiger Hindu-Tempelgong
erschallt. Der Lärm verklingt beim letzten Anruf ‘Hail Maria’, der die
Form eines besinnlichen Gebets annimmt. Alexander L’Estrange (geb. 1974)
ist Sänger, Komponist, Arrangeur und Jazzbassist, der sich in den
verschiedensten Musikstilrichtungen zuhause fühlt. Er war Chorknabe am New
College, Oxford, und als Student am Merton College Mitglied des Chors vom
Magdalen College. Seine Arrangements für mehrere bekannte Gruppen sind bei
Faber erschienen, und sein preisgekröntes Musical Hello, Life! für
eine Frauenstimme wurde 2002 im Greenwich Theatre und im Mai 2003 beim
Brighton Festival aufgeführt. L’Estrange ist Musikdirektor des National
Youth Music Theatre und ein Mitglied von Tenebrae. Lute-book Lullaby
gehört zu einer Reihe von Stücken, die er für die Gruppe geschrieben hat.
Seine berückende Schlichtheit täuscht über die Verwendung der achttönigen
Tonleiter in homophonen Passagen hinweg. Über den Wellenbewegungen der
unteren Stimme, die das Wiegen der Krippe darstellen, erhebt sich ein
Sopransolo von sehnsüchtiger Schönheit. Durch die bittersüße Dissonanz
wird die Stimmung einer überwältigenden Zärtlichkeit noch gesteigert.
Jeremy Filsell (geb. 1964) ist ein bekannter Konzertpianist und Organist,
der große kritische Anerkennung für eine Reihe von Aufnahmen erhalten hat
(zuletzt für die Uraufnahme der gesamten Orgelwerke von Marcel Dupré). Er
studierte Orgelspiel am Keble College, Oxford, sowie Klavier und Gesang am
Royal College of Music. Zur Zeit verbindet er eine große internationale
Karriere als Solointerpret mit einer Dozentur an der Royal Academy of
Music. Im Sommer 2001 komponierte er eine Sammlung von Morgen- und
Abendgesängen für Jonathan Rees-Williams und den Chor der St. George’s
Chapel, Windsor Castle, die im Mai 2002 über BBC Radio 3 ausgestrahlt
wurden. O be joyful in the Lord (Jubilate; Psalm 100) ist eine
liebevolle Huldigung an eine Reihe einflussreicher Werke, insbesondere an
Sebastian Forbes’ brillante und zu Unrecht vernachlässigte Lobgesänge
Aedis Christi, die Filsell in den letzten Takten zitiert. Ferner
lassen sich in bestimmten rhythmischen und melodischen Formen Anklänge an
die Musik von Graham Whettam und William Walton erkennen. Richard Rodney
Bennett (geb. 1936)—ein äußerst produktives musikalisches Chamäleon—studierte
zunächst an der Royal Academy of Music und dann zwei Jahre in Paris unter
der Obhut von Pierre Boulez. Bennetts erste Jazzkomposition für einen Film
stammt aus jener Zeit, und es ist diese Seite seiner musikalischen
Veranlagung, die—in Verbindung mit einem eindrucksvollen musikalischen
Formverständnis—seinen späteren Sinfonien, Konzerten, Opern, Instrumental-
und Chorwerken eine einzigartige erfrischende Note verleiht. Bennett, der
Tonalität nur selten als Arbeitsprinzip meidet, hat eine ganz eigene
harmonische Palette entwickelt, die Zugänglichkeit mit kompositorischer
Kunstfertigkeit verquickt. Sermons and devotions wurde von den
King’s Singers anlässlich ihres 25. Jubiläums in Auftrag gegeben. Die
Aufnahme enthält eine der fünf Vertonungen von John Donnes metaphysischen
Meditationen. The seasons of his mercies ist eine silbenzählende
Vertonung in einer breit angelegten ternären Form, die von einem zentralen
Teil für Tenorsolo artikuliert wird. Die bittersüße Harmonie in den
langsam geführten Linien beschwört die poetische Intimität des Textes
überzeugend herauf.
Francis Potts My song is love unknown ist eine Vertonung aller
Verse von Samuel Crossmans berühmtem Gedicht (bis auf einen, dessen Metrik
nicht für die gesangliche Darbietung geeignet ist). Die Musik beginnt mit
wiederholten Off-Beat-Akkorden, die—was nicht unangemessen ist—der
Einleitung des Tongedichts Tod und Verklärung von Richard Strauß
entlehnt sind. In den frühen Stadien des Werkes sind nur die Sopran- und
Altstimmen vernehmbar. Der gleichmäßige Fluss von Crossmans Gedicht wird
bald zugunsten einer dramatischen Entwicklung unterbrochen. Nach einer
scheinbar zaghaften harmonischen Verzerrung der einleitenden Akkorde hebt
sich das ‘Crucify’ (kreuzige) zunächst als ein Murmeln von den niedrigeren
Stimmen ab, und zwar zeitlich so abgestimmt, dass es Assonanzen mit
anderen Worten in den oberen Stimmen bildet und daher, kaum hörbar, wie
eine Einbildung scheint. Nach einer Weile begeben sich jedoch Rufe von
‘Hosanna’ auf Kollisionskurs mit einer anschwellenden Woge von ‘Crucify’,
woraufhin die Hosanna-Stimmen allmählich den Mut verlieren und wie Schafe
zum Feind überlaufen. Zuletzt erdreistet sich nur noch eine einzige
klagende Sopranstimme, das ‘anstößige’ Wort zu wiederholen, doch sie geht
in einem mörderischen Aufschrei unter. Etwas später erscheint das
‘Crucify’ in Form eines zweiten Zornesausbruchs, der dann von der Musik
der Einleitung abgelöst wird, die sich diesmal zu einem breit angelegten
polyphonischen Finale für Doppelchor und SATB-Solisten entwickelt. Der
eigentliche Höhepunkt des Werks klingt zu einer Art von Epilog ab, über
dem die klagende Stimme eines Soprans schwebt, an den die Musik insgesamt
große Anforderungen gestellt hat. Der Chorgesang endet in der Tonart und
Stimmung seiner Einleitung. Die anspruchsvolle Orgelstimme deutet auf eine
mögliche zukünftige Orchestrierung hin. My song is love unknown
wurde in Angedenken an Michael Renton verfasst, ein Handwerker und
größtenteils autodidaktischer Mann der Renaissance, der nicht nur Mitglied
der Gemeinde von Winchester Cathedral, sondern auch der Steinmetz des Doms
war. Er erfreute sich in der Domgemeinschaft allgemeiner Beliebtheit—ein
wahrer und bescheidener Künstler des Schlages, von dem Traherne sicherlich
sprach, als er folgende Worte schrieb: ‘Wer immer an dem Mysterium des
Glücks teilnehmen will, muss die Gegenstände seines Glücks wahrnehmen und
die Art und Weise, auf die er sie genießen kann, und er muss auch die
Seelenkräfte erkennen, durch die er sie genießen kann’. My song is love
unknown wurde für das Southern Cathedrals Festival von 2002 in
Winchester verfasst. Jeremy Filsell, Januar
2003
Anmerkungen zu My song is love unknown
© Francis Pott, 2002 Gesangstexte
1. Dove: Seek him that maketh the seven stars Seek him that
maketh the seven stars and Orion.
Seek him that turneth the shadow of death into the morning.
Alleluia.
Yea, the darkness shineth as the day, the night is light about me.
Suchet ihn, der das Siebengestirn und Orion gemacht hat.
Suchet ihn, der die Finsternis in Morgenlicht verwandelt hat.
Halleluja.
Ja, die Dunkelheit glänzet wie der Tag, und die Nacht umgibt mich wie
Licht. 2. Pott: The souls of the righteous The souls of the
righteous are in the hand of God and there shall no torment touch them. In
the sight of the unwise they seemed to die: and their departure is taken
for misery, and their going from us to be utter destruction: but they are
in peace. Amen. Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, und
keine Qual kann sie berühren. In den Augen der Toren sind sie gestorben,
ihr Heimgang gilt als Unglück, ihr Scheiden von uns als Vernichtung; sie
aber sind in Frieden. Amen. 3. Swayne: Magnificat Magnificat
anima mea Dominum.
Et exultavit spiritus meus in Deo salutari meo,
Quia respexit humilitatem ancillae suae, ecce enim ex hoc beatam me dicent
omnes generationes.
Quia fecit mihi magna qui potens est, et sanctum nomen eius.
Et misericordia eius a progenie in progenies timentibus eum.
Fecit potentiam in bracchio suo, dispersit superbos mente cordis sui.
Deposuit potentes de sede, et exaltavit humiles.
Esurientes implevit bonis, et divites dimisit inanes.
Suscepit Israel puerum suum, recordatus misericordiae suae.
Sicut locutus est ad patres nostros, Abraham et semini eius in secula.
Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto.
Sicut erat in principio et nunc et semper: Et in secula seculorum. Amen.
Meine Seele erhebt den Herrn:
Und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes.
Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.
Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.
Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name
heilig ist.
Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die
ihn fürchten.
Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres
Herzens Sinn.
Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.
Die Hungrigen füllt er mit Gütern und läßt die Reichen leer ausgehen.
Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf,
wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in
Ewigkeit.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war am Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit:
Welt ohne Ende. Amen. 4. Tavener: Mother and child Enamoured
of its gaze
the mother’s gaze in turn
contrives a single beam of light
along which love may move.
Through seeing, through touch,
through hearing the new-born heart
conduits of being join.
So is the image of that heaven within started into life.
As in the first was adoration
another consciousness has come to praise
the single theophanic light
that threads all entrants here:
this paradise where all is formed of love
as flame to flame is lit. Entzückt von seinem Blick
erzeugt der erwidernde Blick der Mutter
einen einzigen Lichtstrahl,
über den die Liebe führt.
Durch Sehen, Berühren und Hören
des neugeborenen Herzens treffen
sich Kanäle des Seins.
So wird das Bildnis jenes darin liegenden Himmels ins Leben geführt.
Da in dem ersten Anbetung lag, ist ein anderes Bewusstsein entstanden, um
das einzigartige theophanische Licht zu preisen, das alle Beteiligten hier
hin führt: in dieses Paradies, in dem alles durch Liebe geformt wird,
indem eine Flamme die nächste entzündet. 5. L’Estrange: Lute-book
lullaby Sweet was the song the virgin sang,
when she to Bethlem Juda came and was delivered of a son, that blessed
Jesus hath to name:
lulla, lulla lullaby.
‘Sweet babe,’ sang she, ‘my son, and eke a saviour born,
who hast vouchsafed from on high to visit us that were forlorn:
lulla, lulla lullaby’.
And rocked him sweetly on her knee. Süß war das Lied, das Maria
sang,
als sie nach Bethlehem in Judäa kam und dort ihren Sohn gebar,
der Jesus, unser Heiland, war:
Lulla, lulla lullaby.
‘Mein Kind,’ sang sie, ‘mein Sohn und Retter aus der Höh’,
der du versprochen hast
zu stillen unser Weh:
lulla, lulla lullaby’.
Und wiegte ihn sanft auf ihrem Knie. 6. Filsell: O be joyful in the
Lord O be joyful in the Lord all ye lands.
Serve the Lord with gladness and come before his presence with a song.
Be ye sure that the Lord he is God.
It is he that hath made us and not we ourselves.
We are his people and the sheep of his pasture.
O go your way into his gates with thanksgiving, and into his courts with
praise.
Be thankful unto him and speak good of his name.
For the Lord is gracious, his mercy is everlasting, and his truth endureth
from generation to generation.
Glory be to the Father and to the Son and to the Holy Ghost. As it was in
the beginning, is now and ever shall be, world without end. Amen.
Ruft vor Freude zu dem Herrn, alle Welt.
Dient dem Herrn mit Freude, kommt vor sein Angesicht mit frohen Liedern.
Erkennet, dass der Herr Gott ist.
Er hat uns gemacht und wir sind Sein.
Wir sind sein Volk, die Schafe auf seiner Weide.
Tretet ein in seine Tore mit Danken und in seine Vorhöfe mit Loben.
Dankt iIhm und lobt seinen Namen.
Denn der Herr ist gut und seine Liebe wäret ewig. Seine Treue gilt für
alle Generationen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen. 7. Bennett: The seasons of his mercies God made sun
and moon to distinguish seasons, and day and night,
and we cannot have the fruits of the earth but in their seasons;
but God hath made no decree to distinguish the seasons of his mercies.
In Paradise the fruits were ripe the first minute, and in Heaven it is
always autumne.
His mercies are ever in their maturity.
If some King of the earth have so large an extent of dominion, in north
and south,
as that he hath winter and summer together in his dominions,
so large an extent east and west as that he hath day and night together in
his dominions, much more hath God mercy and judgement together.
He brought light out of darknesse, not out of a lesser light:
he can bring thy summer out of winter, though thou have no spring;
though in the ways of fortune or understanding or conscience, thou have
been benighted till now;
wintered and frozen, clouded and eclipsed, damped and benummed, smothered
and stupefied till now.
Now God comes to thee, not as in the dawning of the day,
not as in the bud of the spring,
but as the sun at noon, to illustrate all shadows, as the sheaves in
harvest to fill all penuries.
All occasions invite his mercies, and all times are his seasons.
Gott schuf Sonne und Mond, um Tag und Nacht zu unterscheiden;
und die Früchte der Erde reifen nur in ihrer Jahreszeit:
aber Gott hat keine Verfügung erstellt, um die Zeit seiner Gnaden zu
unterscheiden;
im Paradies waren die Früchte von vornherein reif, und im Himmel ist immer
Herbst, seine Gnaden sind stets ‘reif’.
Wenn sich das Reich eines Königs so weit von Nord nach Süd erstreckt,
dass dort Sommer und Winter zugleich herrschen,
und so weit von Ost nach West, dass dort Tag und Nacht zugleich herrschen,
so herrscht doch Gott noch viel mehr über Gnade und Gerechtigkeit.
Er schuf Licht aus der Dunkelheit, nicht aus weniger Licht:
er kann Winter in Sommer verwandeln, auch wenn es für dich keinen Frühling
gibt;
obwohl du in deinem Schicksal, deinem Verständnis oder Gewissen,
bisher umnachtet warst, verwintert und vereist, umnebelt und umschattet,
benommen und betäubt, erstickt und abgestumpft.
Nun kommt Gott zu dir, nicht im Morgengrauen des Tages,
nicht in den Knospen des Frühlings,
sondern in der Sonne des Mittags, um alle Schatten zu erhellen, wie die
Garben bei der Ernte, um alle Scheunen zu füllen.
Jeder Stunde schenkt er seine Gnade und alle Zeiten sind seine
Jahreszeiten. 8. Pott: My song is love unknown My song is
love unknown; my saviour’s love to me;
love to the loveless shown, that they might lovely be.
O who am I, that for my sake
my Lord should take frail flesh and die? He came from his blest
throne, salvation to bestow,
but men made strange, and none the longed-for Christ would know.
But O, my friend, my friend indeed,
Who at my need his life did spend. Sometimes they strew his way,
and his sweet praises sing;
resounding all the day hosannas to their king.
Then ‘crucify’ is all their breath,
And for his death they thirst and cry. Why, what hath my Lord
done? What makes this rage and spite?
He made the lame to run, he gave the blind their sight.
Sweet injuries! Yet they at these themselves displease, and ’gainst him
rise! They rise and needs will have my dear Lord made away;
a murderer they save, the prince of life they slay.
Yet cheerful he to suff’ring goes,
that he his foes from thence might free. Here might I stay and
sing, no story so divine;
never was love, dear king! Never was grief like thine.
This is my friend, in whose sweet praise
I all my days could gladly spend. Amen. Mein Lied ist Liebe
unbekannt; die Liebe meines Herrn,
der Liebe den Lieblosen gab, um liebevoll werden.
Oh wer bin ich, dass, ach, für mich, mein Herr bereit zu sterben ist? Er
kam vom höchsten Thron, als Heil zu uns hinab,
doch wir waren verstockt und wendeten uns ab.
Doch, oh, mein Freund, mein Freund der Not, durch deinen Tod wurd’ ich
erlöst. Sie streuten Palmen auf den Weg, lobsangen ja so gern;
sie riefen lauthals voller Kraft: ‘Hosanna unserm Herrn’.
Doch ‘Kreuz’ge ihn’ ist dann ihr Schrei und seinen Tod, den fordern sie.
Was hat mein Herr getan? Woher die Wut, der Hohn?
Er macht’ die Lahmen geh’n, die Blinden macht er sehn.
Oh süßes Leid! Doch sie ereifern sich und wollen sein Verderb! Voll
Eifer steh’n sie auf, den Herrn verschmähen sie;
Sie retten Barabas, den Heiland töten sie.
Doch freudig geht er in den Tod, um seine Feinde zu befrei’n. Ich will
hier steh’n und singen von deiner heil’gen Tat;
solch’ Lieb und Schmerz wie Deinen, es nie gegeben hat.
Er ist mein Freund, und Lob und Dank will ich ihm ewig bringen. Amen. |
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Jonathan Dove: Seek him that maketh the seven stars |
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Francis Pott: The souls of the righteous |
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Giles Swayne: Magnificat |
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Sir John Tavener: Mother and Child |
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Alexander L’Estrange: Lute-book lullaby |
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Jeremy Filsell: O be joyful in the Lord |
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Richard Rodney Bennett: The seasons of his mercies |
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Francis Pott: My song is love unknown
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