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Gesualdo: Tenebrae Responsories
for Maundy Thursday
The King's Singers
David Hurley
Robin Tyson
Paul Phoenix
Philip Lawson
Gabriel Crouch
Stephen Connolly
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"... searingly intense, with the singers' clear, steady
sound, beautifully judged changes of pace and dynamics ..."
Daily Telegraph
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"The King's Singers are always a treat to hear, ... as with everything this inimitable,
impeccably-tuned and balanced, stylish male sextet does, the chant is
expertly accomplished, and the following multi-part responsories are
sincerely felt and warmly resonant"
David Vernier, Classictoday.com |
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"... their reputation for after-dinner smoothness, the King's
Singers .... all-male line-up .... makes those grinding climaxes all
the more tense and penetrating, and the attention given to word-painting is
exemplary" Ivan Hewitt, The Times |
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"... a no holds barred, immaculately sung performance from the
King's Singers. Unmissable"
Classic FM Magazine |
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Kommentar
Alte Musik hat sich in den letzten Jahrzehnten immer
größerer Beliebtheit erfreut. Deshalb ist es uns vielleicht heute endlich
möglich, einen Komponisten wie Gesualdo richtig einzuordnen—nicht als
exzentrischen Einzelgänger, wie man ihn früher sah, sondern als einen
bedeutenden, aktiven Teil der Musikgeschichte. Die Geschichtsbücher
schildern Gesualdo als reinen Amateur und sehen seine sprunghafte,
fragmentierte Arbeitsweise als Beweis genug. Es heißt, seine musikalische
Entwicklung sei im Sand verlaufen, er habe keine Nachfolger oder
Bewunderer gehabt, seine Musik sei ohne Einfluss auf die Zukunft geblieben
und das wilde Gebärdenspiel sowie die unkonventionelle, abrupte Textur
seiner Musik seien nichts als die sinnlosen, verzweifelten Bemühungen
eines Komponisten, der keine Ahnung hatte, wie man richtig komponiert.
Heute wissen wir, dass dies eine Fehleinschätzung war.
Aber es musste wohl erst das 20. Jahrhundert kommen, mit all seinen
ungewöhnlichen, individuellen Komponisten wie Partch, Satie, Webern,
Langgaard und Cage, um Gesualdo als Mann seiner Zeit verstehen zu können.
Das Bild von Gesualdo als musikalischem Exzentriker verlor endgültig seine
Glaubwürdigkeit, als man erkannte, dass er Teil einer umfangreichen
Bewegung war—einer neapoletanischen Schule von Komponisten wie Nenna,
Macque und Lacorcia, die alle ähnlich ausdrucksstarke und höchst sinnliche
Werke produzierten, denen aber letztendlich Gesualdos künstlerischer Geist
fehlte
. Glenn Watkins’ bahnbrechende Biographie
erschien 1973, mit einem leidenschaftlichen Vorwort von Strawinsky aus dem
Jahr 1968. Der ausgesprochen geschichtsbewusste Strawinsky hatte sich in
seinen späten Jahren mehrfach von Gesualdos Material inspirieren lassen,
und diese Begeisterung des alternden Meisters für den Komponisten aus
einer vergangenen Zeit führte zu einer wahren Gesualdo-Renaissance, die
durch Watkins’ überzeugende und fundierte Biographie weiter genährt wurde.
Wer war also Gesualdo? Man muss sich vor allem die
Tatsache vergegenwärtigen, dass er in den besten Gesellschaftskreisen
Italiens verkehrte. Sein Onkel, Kardinal Borromeo, war einer der
mächtigsten und einflussreichsten Männer im ganzen Land, und seine Familie
war sehr wohlhabend, was bedeutet, dass Gesualdo unter völlig anderen
Voraussetzungen arbeiten konnte als seine Kollegen. Musikbesessen war er
seit seiner frühen Jugend: Er war ein Lautenvirtuose, spielte
Tasteninstrumente meisterhaft und veröffentlichte seine ersten
Kompositionen, bevor er 20 war. Die Stellung seiner Familie gab ihm die
Freiheit, genau das zu schreiben, was er wollte. Seine wilden,
wechselhaften Launen und sein Hang zum Sadomasochismus verraten uns, dass
er all seine Neigungen uneingeschränkt ausleben wollte—und das tat er auch
in seinen Kompositionen.
Was uns heute—400 Jahre
nach ihrer Entstehung—an seiner Musik so fasziniert, ist genau diese
erstaunlich unverhüllte Direktheit, die wir in ihr hören. Sie lässt uns
einen verzweifelten und unglücklichen, aber auch leidenschaftlichen und
liebevollen Mann erahnen, der fest entschlossen war, in seinen
Kompositionen weiter zu gehen als alle anderen. Seine Musik bietet so
viele Überraschungen, dass sie ihre Frische auch nach wiederholtem Hören
nie einbüßt, ähnlich wie die Werke eines anderen halb-verrückten,
avantgardistischen Genies, Berlioz.
Gesualdos Geburtsjahr ist nicht genau bekannt. Lange ging man davon aus, daß er um
1560 geboren ist, aber 1991 erbrachte Watkins in einer überarbeiteten
Ausgabe seiner Biographie ziemlich schlüssige Beweise dafür, daß er erst
1566 zur Welt kam. Zwar ist auch dieses Datum umstritten, aber wäre es
korrekt, würde es bedeuten, daß zwischen ihm und seiner Frau ein ziemlich
großer Altersunterschied bestand. Dieser wiederum könnte die Spannungen
verursacht haben, die schließlich dazu führten, daß er sie eigenhändig
umbrachte und ihren Liebhaber ermorden ließ. Zwar waren Fürsten in jener
Zeit sicherlich nicht zimperlich, wenn es darum ging, sich Leute aus dem
Weg zu räumen, aber es ist doch eher selten, daß sie sich selbst die Hände
schmutzig machten. Wurde Gesualdo also erst 1566 geboren, dann war er
neunzehn Jahre alt und ein unerfahrener junger Mann, als er mit Maria
d’Avalos verheiratet wurde. Sie dagegen war mit 25 Jahren eine gefeierte
und bewunderte Schönheit, zweifache Witwe mit Kindern von ihren beiden
früheren Ehemännern, und galt allgemein als die attraktivste Frau der
guten Gesellschaft Neapels. Anfangs schienen die Neuvermählten sich
wirklich zugeneigt zu sein, aber Marias glitzerndes Gesellschaftsleben
nahm schnell Überhand. Man kann sich vorstellen, dass der junge, höchst
sensible Komponist brennend eifersüchtig wurde. Nach vier Jahren hatte er
genug und heuerte professionelle Mörder an, um ihm dabei zu helfen, seine
Frau mit ihrem Geliebten im Bett zu überraschen und zu töten. Laut einem
detaillierten medizinischen Bericht erlitt sie 53 Dolchstiche, die meisten
davon im Unterleibsbereich. Gesualdos Zorn muss homerischen Ausmaßes
gewesen sein—nach dem Mord holzte er eigenhändig ein großes Stück Wald auf
seinem Gut ab. Vier Jahre später heiratete er Leonora d’Este, Mitglied der
berühmten Ferrara-Dynastie. Beide Frauen gebaren ihm Kinder, die jedoch
alle jung starben; der letzte überlebende Sohn starb nur wenige Monate
bevor Gesualdo selbst im Jahr 1613 allein und völlig verlassen in seinem
Schloss bei Neapel verschied.
Was hat Gesualdo dazu
bewegt, Kirchenmusik zu komponieren? Es muss—in Bachs Worten—Bus’ und Reu’ gewesen sein. Nach dem Mord an seiner ersten Frau quälten ihn immer
stärkere Schuldgefühle. Der Rest seines Lebens war von Reue überschattet,
und diese Atmosphäre gegenreformatorischer Düsterkeit durchdringt auch
seine Kirchenmusik. Die Wahl der Texte ist bezeichnend. Wie bei seinen
bevorzugten Madrigaltexten sind diese biblischen Worte voll des Leids und
der Selbstanklage. Bei kaum einem anderen Komponisten der Renaissance sind
Leben und Werk so eng miteinander verknüpft wie bei Gesualdo.
Bo Holten, Januar 2004
Die Aufnahmen auf dieser CD bilden lediglich einen Teil der vollständigen
Morgenliturgie für die letzten drei Tage der Karwoche, dem Triduum Sacrum.
In dieser heiligsten Zeit des christlichen Kalenders ist die Liturgie auf
ihre einfachste Form reduziert und ähnelt damit eher den Messen der frühen
Kirche ohne die Neuerungen aus dem Mittelalter. [John Harper, The Forms
and Orders of Western Liturgy from the Tenth to the Eighteenth Centuries
(Oxford: Clarendon, 1991), 140-1]. Am Gründonnerstag entfallen z.B. die
einleitenden Versikel, das Venite und die kleine Doxologie zu den
Psalmen (Gloria Patri). Aber trotz ihrer gekürzten Fassung würde
die komplette Morgenliturgie den Rahmen einer CD bei weitem sprengen—neben
den hier vertretenen Gesängen umfasst sie neun Psalmen je mit Antiphon
sowie sechs weitere Lesungen, denen jeweils eines der Responsorien
Gesualdos folgen sollte. Die Auswahl der Stücke auf dieser CD und deren
Reihenfolge erfordert also eine Erklärung.
Jeder Frühgottesdienst des Triduum Sacrum (oder Tenebrae, nach dem ersten
Wort eines der Responsorien für Karfreitag) ist in drei Nokturnen mit
Psalmengesang, drei Lesungen und drei Responsorien unterteilt. Für die
erste Nokturn sind die drei Lesungen den Klageliedern Jeremias entnommen,
wobei jedem Bibelvers ein hebräischer Buchstabe voransteht. Diese Lesungen
sind hier zu Beginn der drei Dreiergruppen von Gesualdos Responsorien zu
hören. Die Entscheidung, von der gewohnten Reihenfolge abzuweichen, hat
ästhetische Gründe: Die Lesungen aus den Klageliedern sind mit ihren
eigenen Cantus-planus-Noten versehen, während die restlichen sechs einfach
im gleichbleibenden Ton mit gelegentlichen Modulationen gesungen werden.
Die ausgewählten Lesungen sind daher musikalisch sehr viel interessanter
als die anderen, und stellvertretend eingefügt zwischen den drei Gruppen
von Responsorien vermitteln sie einen gewissen Eindruck von der
tatsächlichen Liturgie, selbst wenn nicht alle Gesänge des Gründonnerstags
vertreten sind.
Die Klagelieder stammen aus dem
Cantus Ecclesiasticus Officii Maioris Hebdomadae (Rom: A. Phaeus,
1619). Obwohl diese Publikation erst kurz nach Gesualdos Tod erschien,
entspricht ihre klare Betonung der Worte genau der vom Komponisten
angestrebten Ausdrucksweise—wenn auch in einem etwas weniger
theatralischen Stil.
Der letzte Teil des
Gottesdienstes beginnt mit dem Lobgesang des Zacharias, Benedictus
Dominus Deus Israel, dem die Antiphon Traditor autem vor- und
nachgestellt ist. Gesualdo vertont den Lobgesang im Alternatim-Stil,
und die Antiphon sowie die geraden Verse entstammen daher ebenfalls der
Publikation von Phaeus. Nach der Wiederholung der Antiphon wird der
Versikel Christus factus est gesungen: Am nächsten Tag des Triduums
wird mehr Text hinzugefügt, bis schließlich am Karsamstag der gesamte Text
(wie später von Anton Bruckner vertont) zu hören ist. Damit endet der
gesungene Teil des Gottesdienstes.
Stephen Rice, Februar 2004
Die Vorderseite der CD verbindet die zwei Themen, die Gesualdos
Tenebrae Responsorien so beeindruckend machen: sein Leben und dessen
dramatischen Verfall, nachdem es mit Blut besudelt hatte und seine
Hinwendung zum Glauben nach den Ereignissen des Oktober 1590. Die Kerzen
stehen für den pyramidenförmigen Tenebrae-Leuchter, der bis mindestens ins
7. Jahrhundert zurückzuverfolgen ist. Während des Gottesdienstes am
Gründonnerstag, für den die Werke der CD komponiert wurden, werden die
Kerzen auf diesem Leuchter eine nach der anderen und zwar von unten nach
oben gelöscht: nach den neun Psalmen in der Matutin und den fünf in der
Laudes bleibt nur eine, die oberste, Kerze brennen. Da nach jedem der
letzten sechs Verse des Benedictus auch eine der sechs Altarkerzen
gelöscht wird, bleibt am Ende nur das eine Licht auf dem Tenebrae-Leuchter,
das die Kirche erhellt. Für die Symbolik des Leuchters gibt es
verschiedene Erklärungen. Die gängige Meinung ist, daß er die Heilige
Dreifaltigkeit repräsentiere, vierzehn der Kerzen die elf Apostel und die
drei Marien und die oberste Kerze Christus. Aber manche glauben auch, daß
die letzte brennende Kerze Maria darstelle, die in ihrem Glauben bis
zuletzt nicht wankte, während die Apostel und die Jünger Jesus verließen,
so wie die Kerzen eine nach der anderen verlöschen.
The King’s Singers, Februar 2004
Gesangstexte
1. Lectio I
Incipit lamentationem Hieremiae prophetae.
Aleph
Quomodo sedet sola civitas plena populo; facta est quasi vidua domina gentium:
princeps provinciarum facta est sub tributo.
Beth
Plorans ploravit in nocte, et lacrimae eius in maxillis eius: non est qui
consoletur eam, ex omnibus caris eius. Omnes amici eius spreverunt eam, et facti
sunt ei inimici.
Gimel
Migravit Iudas propter afflictionem, et multitudinem servitutis, habitavit inter
gentes, nec invenit requiem. Omnes persecutores eius apprehenderunt eam inter
angustias.
Daleth
Viae Sion lugent; eo quod non sint, qui veniant ad solemnitatem. Omnes portae
eius destructae: sacerdotes eius gementes, virgines eius squalidae, et ipsa
oppressa amaritudine.
He
Facti sunt hostes eius in capite, inimici eius locupletati sunt: quia Dominus
locutus est super eam, propter multitudinem iniquitatem eius. Parvuli eius ducti
sunt in captivitatem, ante faciem tribulantis.
Hierusalem, Hierusalem, convertere ad dominum Deum tuum.
The beginning of the lamentations of Jeremiah.
Aleph
How doth the city sit solitary, that was full of people! How is she become as a
widow! She that was great among the nations, and princess among the provinces,
how is she become tributary.
Beth
She weepeth sore in the night, and her tears are on her cheeks: among all her
lovers she hath none to comfort her: all her friends have dealt treacherously
with her, they are become her enemies.
Gimel
Judah is gone into captivity because of affliction, and because of great
servitude: she dwelleth among the heathen, she findeth no rest: all her
persecutors overtook her between the straits.
Daleth
The ways of Zion do mourn, because none come to the solemn feasts: all her gates
are desolate: her priests sigh, her virgins are afflicted, and she is in
bitterness.
He
Her adversaries are the chief, her enemies prosper; for the Lord hath afflicted
her for the multitude of her transgressions: her children are gone into
captivity before the enemy.
Jerusalem, Jerusalem, return unto the Lord thy God.
2. In Monte Oliveti
Responsory
In monte Oliveti oravit ad Patrem: Pater, si fieri potest, transeat a me
calix iste: Spiritus quidem promptus est, caro autem infirma, fiat voluntas tua.
Verse
Vigilate, et orate, ut non intretis in tentationem.
Responsory
On mount Olivet he prayed to his father: Father, if it be possible, let this
cup pass away from me: the spirit indeed is ready, but the flesh weak.
Verse
Watch and pray, that ye enter not into temptation.
3. Tristis est anima
Responsory
Tristis est anima mea usque ad mortem: sustinete hic, et vigilate mecum: nunc
videbitis turbam, quae circumdabit me: Vos fugam capietis, et ego vadam immolari
pro vobis.
Verse
Ecce appropinquat hora, et filius hominis tradetur in manus peccatorum.
Responsory
My soul is sorrowful even unto death: stay here and watch with me: now shall
ye see the crowd that shall surround me: ye shall take flight, and I shall go to
be offered up for you.
Verse
Behold the time draweth nigh, and the son of man shall be delivered into the
hands of sinners.
4. Ecce vidimus
Responsory
Ecce vidimus eum non habentem speciem, neque decorem: aspectus ejus in eo non
est: hic peccata nostra portavit, et pro nobis dolet: ipse autem vulneratus est
propter iniquitates nostras: cujus livore sanati sumus.
Verse
Vere languores nostros ipse tulit, et dolores nostros ipse portavit.
Responsory
Lo, we have seen him without comeliness or beauty: His look is gone from
him: he hath borne our sins and suffered for us: He was wounded for our
iniquities: by his stripes are we healed.
Verse
Truly he hath borne our infirmities and carried our sorrows.
5. lectio II
Vau
Et egressus est a filia Sion omnis décor eius: facti sunt principes eius velut
arietes non invenientes pascua, et abierunt absque fortitudine: ante faciem
subsequentis.
Zain
Recordata est Hierusalem dierum afflictionis suae, et praevaticationis, omnium
desiderabilium suorum, quae habuerat a diebus antiquis, cum caderet populus eius
in manu hostili, et non esset auxiliator. Viderunt eam hostes, et deriserunt
Sabbatha eius.
Heth
Peccatum peccavit Hierusalem, proptereainstabilis facta est. Omnes qui
glorificabant eam, spreverunt illam: quia viderunt ignominiam eius. Ipsa autem
gemens, conversa est retrorsum.
Teth
Sordes eius in pedibus eius, nec recordata est finis sui. Deposita est
vehementer, non habens consolatorem. Vide Domine afflictionem meam, quoniam
erectus est inimicus.
Hierusalem, Hierusalem, convertere ad dominum Deum tuum.
Vau
And from the daughter of Zion all her beauty is departed: her princes are become
like harts that find no pasture, and they are gone without strength before the
pursuer.
Zain
Jerusalem remembered in the days of her affliction and of her miseries all her
pleasant things that she had in the days of old, when her people fell into the
hand of the enemy, and none did help her: the adversaries saw her, and did mock
at her Sabbaths.
Heth
Jerusalem hath grievously sinned; therefore she is removed: all that honoured
her despise her, because they have seen her nakedness: yea, she sigheth, and
turneth backward.
Teth
Her filthiness is in her skirts; she remembereth not her last end; therefore she
came down wonderfully: she had no comforter. O Lord, behold my affliction: for
the enemy hath magnified himself.
Jerusalem, Jerusalem, return unto the Lord your God.
6. Amicus meus
Responsory
Amicus meus osculi me tradidit signo: quem osculatus fuero, ipse est, tenete
eum: hoc malum fecit signum, qui per osculum adimplevit homicidum: Infelix
praetermisit pretium sanguinis, et in fine laqueo se suspendit.
Verse
Bonum erat ei, si natus non fuisset homo ille.
Responsory
My friend betrayed me by the token of a kiss: whom I shall kiss, that is he,
hold him fast: that was the wicked token which he gave, who by a kiss
accomplished murder: unhappy man, he relinquished the price of blood, and in the
end hanged himself.
Verse
It had been good for that man, if he had never been born.
7. Judas mercator
Responsory
Judas mercator pessimus osculo petiit Dominum: ille ut agnus innocens non
negavit Judae osculum: denariorum numero Christum Judaeis tradidit.
Verse
Melius illi erat, si natus non fuisset.
Responsory
Judas, worst of the traffickers, approached the Lord with a kiss: he like an
innocent lamb refused not the kiss of Judas: for a few pence he delivered Christ
to the Jews.
Verse
It had been better for him if he had never been born.
8. Unus ex discipulis
Responsory
Unus ex discipulis meis tradet me hodie: vae illi per quem tradar ego: melius
illi erat, si natus non fuisset.
Verse
Qui intingit mecum manum in paropside, hic me traditurus est in manus
peccatorum.
Responsory
One of my disciples will this day betray me: woe to him by whom I am
betrayed: it had been better for him if he had not been born.
Verse
He that dippeth his hand with me in the dish, he it is that will deliver me
into the hands of sinners.
9 Lectio III
Iod
Manum suam misit hostis ad omnia desiderabilia eius: quia vidit gentes ingressas
sanctuarium suum, de quibus praeceperas, ne intrarent in Ecclesiam tuam.
Caph
Omnis populus eius gemens, et quaerens panem, dederunt praetiosa quaeque pro
cibo ad refocillandam animam. Vide, Domine, et considera; quoniam facta sum
vilis.
Lamed
O vos omnes, qui transitis per viam, attendite, et videte, si est dolor sicut
dolor meus: quoniam vindemiavit me, ut locutus est dominus in die irae furoris
sui.
Mem
De excelso misit ignem in ossibus meis, et erudivit me: expandit rete pedibus
meis, convertit me retrorsum. Posuit me desolatum, tota die moerore confectam.
Nun
Vigilavit iugum iniquitatum mearum: in manu eius convolutae sunt, et impositae
collo meo: infirmata est virtus mea, dedit me dominus in manum, de qua non
potero surgere.
Hierusalem, Hierusalem, convertere ad dominum Deum tuum.
Iod
The adversary hath spread out his hand upon all her pleasant things: for she
hath seen that the heathen entered into her sanctuary, whom thou didst command
that they should not enter into thy congregation.
Caph
All her people sigh, they seek bread: they have given their pleasant things for
meat to relieve the soul: see, O Lord, and consider: for I am become vile.
Lamed
Is it nothing to you, all ye that pass by? Behold, and see if there be any
sorrow like unto my sorrow, which is done unto me, wherewith the Lord hath
afflicted me in the day of his fierce anger.
Mem
From above hath he sent fire into my bones, and it prevaileth against them: he
hath spread a net for my feet, he hath turned me back: he hath made me desolate
and faint all the day.
Nun
The yoke of my transgressions is bound by his hand: they are wreathed, and come
up upon my neck: he hath made my strength to fall, the Lord hath delivered me
into their hands, from whom I am not able to rise up.
Jerusalem, Jerusalem, return unto the Lord your God.
10. Eram quasi
Responsory
Eram quasi agnus innocens: ductus sum ad immolandum, et nesciebam: consilium
fecerunt inimici mei adversum me, dicentes: venite, mittamus lignum in panem
ejus, et eradamus eum de terra viventium.
Verse
Omnes inimici mei adversum me cogitabant mala mihi: verbum iniquum
mandaverunt adversum me, dicentes:
Responsory
I was like an innocent lamb: I was led to the sacrifice and I knew it not:
my enemies conspired against me, saying: come, let us put wood into his bread,
and root him out of the land of the living
Verse
All my enemies contrived mischief against me: they uttered a wicked speech
against me, saying:
11. Una hora non potuistis
Responsory
Una hora non potuistis vigilare mecum, qui exhortabamini mori pro me? Vel
Judam non videtis, quomodo non dormit, sed festinat tradere me Judaeis?
Verse
Quid dormitis? Surgite, et orate, ne intretis in tentationem.
Responsory
Could ye not watch one hour with me, ye that were ready to die for me? Or
see ye not Judas, how he maketh haste to betray me to the Jews?
Verse
Why sleep ye? Arise and pray, lest ye enter into temptation.
12. Seniores populi consilium
Responsory
Seniores populi consilium fecerunt: ut Jesum dolo tenerent, et occiderent:
cum gladiis et fustibus exierunt tamquam ad latronem.
Verse
Collegerunt pontifices et pharisaei concilium.
Responsory
The Elders of the people consulted together: how they might by craft
apprehend Jesus and slay him: with swords and clubs they went forth as to a
thief.
Verse
The priests and the pharisees held a council.
13. Benedictus
Antiphon
Traditor autem dedit eis signum dicens: quem osculatus fuero, ipse est,
tenete eum.
1. Benedictus Dominus Deus Israel: quia visitavit, et fecit redemptionem
plebis suae.
2. Et erexit cornu salutis nobis: in domo David, pueri sui.
3. Sicut locutus est per os sanctorum: quia saeculo sunt prophetarum eius.
4. Salutem ex inimicis nostris: et de manu omnium qui oderunt nos.
5. Ad faciendam misericordiam cum patribus nostris: et memorari testamenti sui
sancti.
6. Jusjurandum, quod juravit ad Abraham, patrem nostram: daturum se nobis.
7. Ut sine timore: de manu inimicorum nostrorum liberati, serviamus illi.
8. In sanctitate, et justitia coram ipso: omnibus diebus nostris.
9. Et tu, puer, Propheta Altissimi vocaberis: praeibis enim ante faciem Domini
parare vias ejus.
10. Ad dandam scientiam salutis plebi eius: in remissionem peccatorum eorum.
11. Per viscera misericordiae Dei nostri: in quibus visitavit nos, oriens exalto.
12. Illuminare his, qui in tenebris, et in umbra mortis sedent: ad dirigendos
pedes nostros in viam pacis.
Antiphon
Traditor autem dedit eis signum dicens: quem osculatus fuero, ipse est,
tenete eum.
Antiphon
And he that betrayed him had given them a token saying: whomsoever I shall kiss,
that same is he, take him.
1. Blessed be the Lord God of Israel: because He hath visited and wrought the
redemption of His people.
2. And he hath raised up the horn of salvation to us: in the house of David His
servant.
3. As he spoke by the mouth of His holy Prophets: who are from the beginning.
4. Salvation from our enemies: and from the hand of all that hate us.
5. To work mercy with our fathers: and remember his holy testament.
6. The oath which he swore to Abraham our Father: that he would grant us.
7. That being delivered from the hand of our enemies: we may serve him without
fear.
8. In holiness and justice before him: all our days.
9. And thou, child, shalt be called the Prophet of the Highest: for thou shalt
go before the face of the Lord to prepare his ways.
10. To give the knowledge of salvation to his people: unto the remission of
their sins.
11. Through the bowels of the mercy of our God: in which the orient from on High
hath visited us.
12. To enlighten them that sit in darkness and in the shadow of death: to direct
our feet in the way of peace.
Antiphon
And he that betrayed him had given them a token saying: whomsoever I shall kiss,
that same is he, take him.
14. Christus factus est
Christus factus est pro nobis obediens, usque ad mortem.
Christ was made obedient for us, even unto death.
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