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Piangete
Cantatas & Motets by Giacomo Carissimi
Concerto Delle Donne
Gill Ross
Donna Deam
Elin Manahan Thomas
Alastair Ross
David Miller
Kommentar Obwohl
Giacomo Carissimi (1605-1674) seine gesamte Laufbahn als Komponist in Rom
verbrachte, genoss er schon zu Lebzeiten und noch Jahrzehnte nach seinem
Tod einen beeindruckenden internationalen Ruf. Samuel Pepys beschreibt in
seinen Londoner Tagebüchern einen Musikabend im Jahr 1664, an dem man ein
Werk spielte, das damals als das beste Musikstück der Welt galt, ‘von
Seignor Charissimi, dem berühmten Meister in Rom’. Natürlich stand
italienische Musik zu jener Zeit am englischen Hof hoch im Schwange, aber
die Erwähnung weist darauf hin, dass Carissimis Ruf weit über den kleinen
Kreis italienischer Musiker am Hof Charles II. hinausging. Die Aufführung
von Carissimis Kompositionen durch Musiker in England ist also eine völlig
authentische Erfahrung, die früher sicher viel häufiger vorkam als heute—die
enorme Anzahl an überlieferten, in Oxford archivierten Manuskripten lässt
eindeutig auf eine lebhafte Aufführungstradition schließen. Obwohl
Carissimi also weltberühmt war (allerdings zu einer Zeit, als
‘weltberühmt’ sich nur auf Westeuropa beschränkte), ist über sein Leben
sehr wenig bekannt. Der Grund dafür ist jedoch nicht ein Mangel an
überlieferten Dokumenten, sondern die Tatsache, dass sein Leben scheinbar
nur wenige biographisch erwähnenswerte Ereignisse aufweist. Er wuchs in
Marino auf, einer Stadt in den Bergen südlich von Rom, begann seine
berufliche Laufbahn mit einer Anstellung als Sänger und Organist im
nahegelegenen Städtchen Tivoli und war anschließend bis 1629 als Organist
an der Kathedrale von Assisi tätig. Doch Carissimis ‘Wanderjahre’ endeten
schon Mitte Zwanzig. Er ließ sich in Rom nieder und verließ die Stadt
danach scheinbar nie wieder für längere Zeit. Trotz seiner Sesshaftigkeit
war er jedoch in einem erstaunlich internationalen Umfeld tätig, was
sicher zu seiner weiteren Bekanntheit beigetragen hat. Ab 1629 bis zu
seinem Tod im Jahr 1674 war Carissimi musikalischer Leiter des Collegiums
Germanicum an der Piazza Navona in Rom. Die Schüler, die sich dort auf das
Priesteramt vorbereiteten, trugen die Kultur Roms einschließlich der Musik
zurück in ihre nordeuropäischen Heimatländer, um auf diese Weise die Treue
zur Römisch-Katholischen Kirche zu festigen. Doch obwohl Carissimi fast
ein halbes Jahrhundert in Rom tätig war, entstanden seine bekanntesten
Werke—die lateinischen Oratorien—interessanterweise im Rahmen seiner
freiberuflichen Tätigkeit an den Freitagen in der Fastenzeit für eine
adlige Bruderschaft, die der Verehrung des Allerheiligsten Kreuzes der
Kirche von San Marcello verpflichtet war. Für diese Vereinigung
komponierte Carissimi solch berühmte Meisterwerke wie Jephte, Jonas und
Judicium Salomonis. Die hier vorgestellten Werke stehen generell im
Schatten der bekannteren Oratorien, sind jedoch Ergebnis und Ausdruck der
zentralen kreativen Tätigkeit Carissimis. Seine musikalische Leitung des
Collegium Germanicum bedeutete, dass er für die täglichen liturgischen
Aufführungen in der Kirche S. Apollinare verantwortlich war. Und die
weltliche Musik auf Italienisch entstammt einer Tätigkeit, die für
Carissimi in den 1650ern immer wichtiger wurde: 1655 kam Königin Christina
von Schweden nach Rom und richtete dort einen weltlichen Hof ein, an dem
jeden Mittwochabend ein bedeutender Kreis von Künstlern zusammentraf. Dies
war ein würdiger Rahmen für Kammermusik in wahrsten Sinne des Wortes, und
Carissimi, dessen Musik der Königin bereits aus ihrem Heimatland bekannt
war, nahm im musikalischen Leben ihres römischen Hofes eine zentrale
Position ein. Obwohl er schon spätestens seit 1640 Kantaten komponierte,
kam dieser Aspekt seiner musikalischen Tätigkeit erst jetzt, im
nachfolgenden Jahrzehnt, zur vollen Entfaltung. Kompositionen für drei
gleichrangige Stimmen waren im Rom der Barockzeit relativ selten. Viele
der finanziell besser gestellten Kirchen beschäftigten acht Sänger in
einem vierstimmigen Chor (d.h. zwei Sänger pro Stimmlage)—dies zeugt von
der Bedeutung der Doppelchormusik. Drei gleichrangige Stimmen, wie sie
hier erscheinen, sind also eine interessante und faszinierende Rarität.
Nur zweimal scheint die Zahl Drei eine symbolische Bedeutung zu tragen,
als Repräsentation der geistigen und weltlichen Extreme. In Benedictus
Deus et Pater scheinen die drei Stimmen für die Heilige Dreifaltigkeit zu
stehen, während in Siam tre miseri piangenti die gleiche Anzahl von
Stimmen auf elende Sterbliche verweist. Generell unterscheiden sich die
Texte der Motteten von denen für die Oratorien—sie sind weniger eine
Erzählung als vielmehr eine Meditation über den Gegenstand des
betreffenden Sonntags oder Festtags, wie zum Beispiel in Surrexit pastor
bonus für die Osterzeit. Ein spezieller Text mag für Carissimi und seinen
religiösen Kreis besondere Bedeutung gehabt haben: Cum reverteretur David, über den Kampf Davids, des schwachen Jungen mit göttlichem Beistand, gegen
den Riesen Goliath. Das Motetten-Repertoire des barocken Roms umfasst
zahlreiche solcher Kampfestexte, die vielleicht während der
Gegenreformation, als die katholische Kirche ihre Stellung gegen eine
Welle protestantischer Auflehnung in Nordeuropa verteidigen musste,
äußerst symbolträchtig erschien. Angesichts der Flut von Konvertierungen
zum Protestantismus in diesen Jahrzehnten muss die Vorstellung von David
als Verfechter der Wahrheit gegen die deutschen Prinzen ein besonderer
Trost und Antrieb gewesen sein. Die Jesuiten, für die Carissimi tätig war,
spielten eine maßgebliche Rolle in der Verteidigung des Katholizismus in
Nordeuropa. Diese CD führt Carissimi mit drei seiner römischen
Zeitgenossen zusammen: Girolamo Frescobaldi, Michelangelo Rossi und Johann
Hieronymus Kapsperger, die zu den besten Instrumentalisten ihrer
Generation zählten. Schon zu Lebzeiten galt Frescobaldi als bedeutender
Virtuose, den ein bedeutender Nimbus umgab, und seine im Druck
überlieferten Publikation sind sicher nur ein schwacher Abglanz seiner
musikalischen Kunst. Obwohl Rossi stets als Geigenvirtuose gefeiert wurde,
ist es seine Musik für Tasteninstrumente, die uns überliefert wurde und
seinen Ruf am Leben erhielt; er war ein Schüler Frescobaldis, was im
musikalischen Stil seiner Toccaten klar zum Ausdruck kommt. Kapsperger,
gebürtiger Deutscher, war viele Jahre in Rom ansässig und eng mit dem
päpstlichen Hof verbunden, wovon die wunderschön gebundenen Ausgaben
seines Werks in der Bibliothek des Vatikans zeugen. Wie ein
zeitgenössischer Autor, ein Besucher aus Frankreich namens André Maugars,
berichtet, verging kaum ein Tag ohne ein Fest in einer der vielen Kirchen
der Ewigen Stadt. Angesichts dieser römischen Vorliebe für Kirchenfeste
und der Tatsache, dass die meisten Kirchen sich keine fest angestellten
Musiker leisten konnten, war die freiberufliche Arbeit für viele Musiker
Roms eine Selbstverständlichkeit. Es ist also durchaus anzunehmen, dass
die vier Komponisten auf dieser CD vor 400 Jahren zu verschiedenen
Anlässen tatsächlich miteinander musiziert haben. Carissimis Ruhm ist vor
allem auf seinen Werken für die Fastenzeit begründet, den Oratorien für
Adlige, die fromme und erbauliche musikalische Betrachtungen für diese
ernste Zeit des Kirchenjahres verlangten. Auf dieser CD erleben wir
Carissimi in Gesellschaft seiner Kollegen mit Werken aus zwei anderen
Wirkungskreisen: zum einen der Kirchenmusik, die vor allem seiner
permanenten Tätigkeit am Collegium Germanicum entstammt, und zum anderen
den weltlichen Kantaten, die größtenteils für den Kreis um Christina von
Schweden entstanden. Ihre Ankunft in Rom gab dem kulturellen Leben der
Stadt und sicher auch Carissimis eigener Kreativität neue Impulse.
Graham Dixon, Februar 2002 Girolamo Frescobaldi (1583-1643) war von 1608
bis 1628 Organist am Petersdom in Rom. Als Tastenvirtuose ist er zur
Legende geworden—angeblich erlebten 30.000 Menschen sein Debüt im
Petersdom. Parte sopra lamonicha ist eine Gruppe von Variationen basierend
auf einem Lied, das in der ersten Hälfte des 17. Jh. populär war und die
Klage eines jungen Mädchens kurz vor ihrem Eintritt in ein Kloster
beschreibt. Der gebürtige Deutsche und Wahl-Italiener Giovanni Girolamo
Kapsperger (ca. 1580-1651) verbrachte die ersten zwanzig Jahre seines
Lebens in Venedig. Um 1604 siedelte er nach Rom über und erwarb sich dort
einen hohen Ruf als Virtuose auf der Laute und dem Chitarrone. Er
komponierte auch Vokalwerke und war eng mit der päpstlichen Familie
verbunden. Kapspergers ‘Libro Quarto’ ist ein Kompendium aller
Instrumentalformen im Italien des frühen 17. Jh., darunter Präludien,
Toccaten, Kanzonen, Grounds und Charakterstücke. Der Chitarrone erhält
eine zusätzliche ‘Solofunktion’, weil der Komponist in den meisten Stücken
einen Basso continuo vorsieht. Michelangelo Rossi (1601/2-1656) war in
Ferrara und Rom aktiv, wo auch seine beiden Sammlungen von Musik für
Tasteninstrumente veröffentlicht wurden. Die Werke sind vor allem aufgrund
ihrer Dissonanz, Chromatik und unerwarteten Modulation bemerkenswert. Von
Rossis vierzehn Toccaten ist die Toccata Settima am bekanntesten und wurde
am häufigsten aufgenommen, und das aus gutem Grund: sie zeichnet sich
durch enorme Energie und Dramatik aus und endet mit einer erstaunlichen
Passage steigender und fallender chromatischer Läufe.
Alastair Ross, Januar 2002 Gesangstexte
1. Cum reverteretur David
Cum reverteretur David, percusso Philisteo, egressae sunt Filiae Israël in
occursum, cantantes, chorosque ducentes in tympanis laetitiae, et in voce
exsultationis praecinebant ei, ludentes, et dicentes: Percussit Saul mille,
et David decem milia. Alleluia.
Als David von der Schlacht mit den Philistern heimkehrte, eilten ihm die Töchter
Israels entgegen, sie sangen und tanzten mit Zimbeln der Freude, sie spielten
frohlockend vor ihm und sagten: Saul hat Tausend erschlagen, doch David
Zehntausend. Halleluja.
2. Benedictus Deus et Pater
Benedictus Deus et Pater Domini nostri Jesu Christi, Pater misericordiarum,
et Deus totius consolationis, qui consolatur nos in omni tribulatione nostra.
Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Vater der
Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, der uns tröstet in aller unsrer Trübsal.
4. Exulta, gaude, filia Sion
Exulta, gaude, filia Sion;
triumpha, iubila, filia Ierusalem.
In te natus est salvator mundi;
in te natus est rex pacificus,
in te natus est rex magnus, rex admirabilis, Deus fortis, Pater futuri saeculi,
princeps mundi, princeps pacis.
Exulta, gaude, filia Sion; triumpha, iubila, filia Ierusalem.
Consurge, sede Ierusalem, induere vestibus iucunditatis et gloriae.
Solve vincula colli tui captiva filia Sion.
Quoniam illuxit tibi dies redemptionis tuae,
dies gratissima, dies felicitatis aeternae.
Exulta, gaude, filia Sion;
triumpha, iubila, filia Ierusalem.
Noe, noe.
Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke! Singe voller Jubel, du Tochter Jerusalem!
Denn Dir ist heute der Heiland geboren,
dir ist der Friedenskönig geboren, dir ist der große König geboren, der
wunderbare, mächtige Gott, Vater der Welt, die da kommen wird, Fürst der Erde,
Fürst des Friedens.
Jauchze, du Tochter Zion!
Frohlocke! Singe voller Jubel, du Tochter Jerusalem! Steh auf, Jerusalem,
schmücke dich mit Kleidern der Freude und Ehre. Mach dich los von den Fesseln
deines Halses, du gefangene Tochter Zion!
Denn der Tag der Erlösung leuchtet auf dich herab, dieser wunderbare Tag, der
Tag der ewigen Wonne.
Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke! Singe voller Jubel, du Tochter Jerusalem!
Noe, noe.
6. Va dimanda al mio pensiero
Va, va dimanda al mio pensiero
dove sempre o stassi o va.
Ti dira’ o che posi o che s’en vola
sempre innanzi al mio bel sole
et in lui trova sol nido e sentiero.
Va dimanda al mio pensiero.
Pensier, la verita’!
Tu che t’en vai sempre intento in sua belta’
quel tesoro, che fa?
Vacille sovente
s’appaga si pente d’usarmi pieta’
Pensier, la verita’.
Ma lasso, e tu non parli!
Con subito rossore imporpori le guance
e reo t’accusi,
ahi che questi son usi di messaggeri infausti
che stimano mercede tacer nuntio dolente
per non produr la morte
per non aprir la tomba a chi lo sente.
No, no, non temer parla chiaro.
Un’anima avvezza a stratio e fierezza
il suo stabil tormento ha per riparo.
Sciogli pur la favella e parla chiaro.
Metallo poch’anzi tolto da centro ov’era sepolto a poco a poco a forza di foco
diventa acciaro.
Io piu’ non sento offese
insensato al dolore il duol mi rese.
Geh, frage meine Gedanken, wo sie allzeit sind oder wohin sie gehen. Sie werden
dir sagen,
dass sie, ob ruhend oder eilend, immer meine herrliche Sonne vor sich haben, wo
sie ihre einzige Ruhe finden und ihren einzigen Weg. Geh, frage meine Gedanken.
Meine Gedanken, sagt mir die Wahrheit!
Ihr, die ihr immer nur ihre Schönheit betrachtet—welch ein Kleinod—was geht da
vor?
Abschweifende Gedanken,
bedauert, mir Erbarmen zu zeigen.
Meine Gedanken, sagt mir die Wahrheit.
Aber ach, Ihr sagt kein Wort!
Ihre Wangen röten sich jäh
und das verrät Ihre Schuld,
denn so verhalten sich die Boten böser Nachrichten, die es für gnädig erachten,
schmerzliche Nachrichten zu verbergen,
um dem Lauscher den Tod zu ersparen
und ein offenes Grab.
Nein, fürchtet Ihr nicht, sagt es frei heraus.
Eine Seele, die gewöhnt ist an Leiden und Weh,
findet Tröstung in ihrer ständigen Qual.
Öffne deine Lippen und sag es frei heraus.
Ein Metall, das aus natürlichem Gestein
gewonnen wurde, Stück um Stück,
durch die Kraft des Feuers, wird zu Stahl.
Ich kann Leid nicht länger empfinden, denn durch meine Qualen bin ich gegen
Schmerzen gefeit.
8. O dulcissimum Mariae nomen
O dulcissimum Mariae nomen, nomen vere sanctissimum,
O nomen gratiae, semper cogitandum;
O solatium animarum, nomen venerandum;
O nomen caelicum, et vere angelicum, resonent ergo in ore omnium.
O Maria, mater pia, nos defende in hac via; nos tuere, nos guberna, duc nos
tecum ad superna.
O süßester Name Maria,
wahrhaft heiligster Name,
O Name, immer in meinem Sinn.
O Balsam der Seele, verehrter Name.
O Name des Himmels und wahrhaftig der Engel,
der in aller Munde erschallt.
O Maria, Heilige Mutter, hilf uns auf diesem Weg; schütze, bewache uns und führe
uns gen Himmel.
9. Siam tre miseri piangenti
Siam tré miseri piangenti
che tributi ognhor cresciamo
ai più torbidi torrenti
e sfidando a’ guerra andiamo
la Fortuna e gli elementi
Siam...
Io sospiro un ben distante
idolatro ingrata amante
et io seguo un be’ de venti
Siam...
Tesoro posseduto
e poi rapito dà subita distanza
Ahi che di pene il cor di Tisio avanza
Mirar che la fera
à fiamma si vera.
Sorrida per gioco son lente son poco
le rabbie di Dite
ermogli Averno pur furie infinite
Ch’ad ogni sembiante
sua fede vacille moltiplica
nell alme Inferni a’ mille inferni
Ahi che non è bastante né mente più fonda
né lingua faconda
a’ capir e ridir tanti tormenti
Siam...
Wir sind drei elende weinende Seelen,
deren Tränenfluten
immer mehr zunehmen:
wir werden in den Krieg ziehen,
dem Schicksal und den Elementen trotzen.
Wir sind drei elende weinende Seelen.
Ich sehne mich nach einer unerreichbaren Schönen, ich verehre eine undankbare
Dame, ich jage einer Geliebten nach, die ich niemals fassen kann. Wir sind drei
elende weinende Seelen.
Denn wir besaßen ein Kleinod,
das uns entrissen wurde.
Ach, mit Herzen voller Schmerz und Sehnsucht
müssen wir das grausame Lachen erleben
über unsere brennenden Qualen,
die so echt sind.
Dites Zorn wird schnell erregt;
mag die Hölle mit tausend Furien toben,
und mögen diese ihren Wagemut brechen
und ihre Qualen in der Hölle vervielfachen.
Ach, selbst eine wacher Geist und eine gewandte Zunge können weder verstehen
noch sagen,
wie sehr diese Qualen brennen.
Wir sind drei elende weinende Seelen.
11. Surrexit pastor bonus
Surrexit pastor bonus, qui animam suam posuit pro ovibus suis et pro grege
suo mori dignatus est.
Der gute Hirte ist wieder auferstanden,
der sein Leben für seine Schafe gegeben hat,
und würdig war, für seine Herde zu sterben.
12. Ahi, non torna
Ahi, non torna, et io mi moro,
quel tesoro che stancato ha i miei sospiri.
Quando fia ch’io piu ti miri,
fuggitivo mio ristoro?
Ahi, non torna, et io mi moro.
Si, si, lieta il cor serena, giunse a pena
alle stele il mesto grido, et quel fido
gia sen vola a questa arena;
si, si, lieta il cor serena.
O sempre quel di felice per me,
che mi die quel tesor che mi rapi.
Si, si, felice mai sempre, felice quel di.
Al fin ti riveggio,
mercede ti chieggio.
Adorato, sospirato,
ahi, sbandisci dal cor la lontananza,
che s’eterna il goder con la costanza.
Ach, er kehrt nicht zurück und ich sterbe,
der Schatz, für den meine Seufzer ermüden.
Wann werde ich dich wieder sehen,
meine Erlösung, die ich nicht erheischen kann?
Ach, er kehrt nicht zurück und ich sterbe.
Ja, mein Herz ist voll Jubel.
Die Sterne haben sich meiner Tränen erbarmt
und der treue Mann eilt bereits hierher.
Ja, mein Herz ist voll Jubel.
Oh, welch ewig freudiger Tag, an dem mein Schatz, der mein Herz gestohlen hat,
zurück-kehrt. Ja, ewig glücklich, dieser freudige Tag.
Endlich werde ich dich wieder sehen.
Habe Erbarmen, mein Geliebter.
Vergiß die Zeit unserer Trennung,
denn Treue führt zu ewigem Glück.
13. Piangete, ohimè piangete
Piangete, ohime piangete,
Anime innamorate,
E soccorso e pietate,
Sospirando, piangendo, altrui chiedete.
Quando s’adira belta serena,
Chi non sospira indarno spera.
Chi non piange, d’amar non si dia vanto.
E foco amor, e lo sostiene il pianto.
Languite, ohime languite, O seguarci d’Amore!
Il tormento, il dolore
Né sospiri, né pianti altrui ridete.
Se d’ira è pieno un bel sembiante,
Chi non vien meno è falso amante.
Chi non piange, d’amar non si dia vanto.
Conosce Amor i suoi seguaci al pianto.
Weinet, ach, weinet,
ihr verliebten Seelen!
Und mit Seufzern und Tränen bittet andere Menschen um Hilfe und Erbarmen.
Wenn eine betörende Schönheit erzürnt,
muss jeder, der nicht seufzt, vergeblich hoffen!
Jeder, der nicht weint, sollte sich nicht der Liebe rühmen. Liebe ist ein Feuer,
das durch Tränen geschürt wird.
Schmachtet, ach, schmachtet, Oh Jünger der Liebe; lacht nicht über die Qualen,
die Pein, die Seufzer oder die Tränen anderen.
Wenn ein schönes Gesicht vor Zorn errötet,
ist jeder, der nicht dahin schmilzt, kein wirklich Liebender. Jeder, der nicht
weint, sollte sich nicht der Liebe rühmen.
Liebe erkennt ihre Jünger an ihren Tränen.
15. Si dia bando, alla speranza
Si dia bando alla speranza
e dal seno e dal core
ch’in amore non val piu’ fede
No, non val costanza
Si dia bando alla speranza.
La speranza di godere
e’ una pena troppo grande
il dolor via piu’ si spande
quando il cor la vol tacere
Se poi crede di ottenere
in amor il caro intento
all’hor piu’cresce il tormento
e nel sen molto s’avanza
Si dia bando alla speranza!
Verbannt alle Hoffnung
aus eurer Brust und eurem Herzen,
denn in der Liebe haben weder Treue
noch Beständigkeit einen Wert.
Verbannt alle Hoffnung.
Die Hoffnung auf Glück
bereitet zu große Schmerzen,
und das Leiden vermehrt sich,
wenn das Herz es zu lindern versucht.
Und wenn es glaubt,
die Geliebte erobern zu können,
nehmen die Qualen nur zu,
und erfüllen die ganze Brust.
Verbannt alle Hoffnung!
16. Omnes gentes gaudete cum victore
Omnes gentes gaudete cum victore
qui aeviterna corona decoratus
hodie in coelis plaudentibus
choris angelorum gloriosus triumphat.
Vos devotissima fidelium corda,
Gratulamini illi in voce cordis et organis
suavissime concinentes.
Alleluia.
Alle ihr Menschen, jubelt mit dem Sieger,
der heute, geschmückt mit der ewigen Krone,
im laut jubelnden Himmel
mit englischen Chören triumphiert.
Zollt ihm aus gläubigstem Herzen
Lob mit Orgeln, singt in süßen Chören.
Halleluja. |
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