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Thomas
Tallis: The Complete Works Chapelle du Roi Auf der achten und vorletzten CD in der Reihe der gesammelten Werke von Tallis stellt Chapelle du Roi zwei wunderbare Vertonungen der Lamentationen des Propheten Jeremia sowie englische Adaptionen einiger der bekanntesten lateinischen Motetten des Komponisten vor. Mit Ausnahme von Sing and glorify heaven’s high majesty—eine englische Bearbeitung der berühmten 40-stimmigen Motette Spem in alium—sind alle Werke dieser Aufnahme für einen fünfstimmigen Chor notiert. Wie bereits in den Anmerkungen zu CD 7 erwähnt, sind viele von Tallis’ elisabethanischen Motetten (und somit auch ihre englischen Adaptionen) im Stimmumfang begrenzter als in seiner vorreformatorischen Musik. Es ist also möglich, dass diese elisabethanischen Werke zur Aufführung in mehr als einer Tonhöhe geschrieben wurden. Durch die Wahl einer tieferen Tonlage könnten sie in der Kombination ATTBarB vorgetragen werden—vielleicht bei Gottesdiensten in Privatkapellen—und durch die Transponierung um drei bis vier Halbtöne nach oben in der Kombination SAATB—möglicherweise als Hausmusik, bei der Frauen die obere Stimme übernehmen. Daher wurden für die meisten Werke auf dieser CD—mit Ausnahme von Blessed are those that be undefiled, Sing and glorify heaven’s high majesty und O praise the Lord, die alle einen breiten Stimmumfang haben—zwei Tonlagen verwendet. Diese werden im Index jeweils als ‘hoch’ (gewöhnlich SAATB) und ‘tief’ (gewöhnlich ATTBarB) bezeichnet. Tallis war einer von vielen europäischen und englischen Komponisten, die Texte aus den Klagen des Jeremia vertonten, deren fünf Anfangsverse Teil der Morgenandacht (oder Tenebrae) in der Karwoche bildeten. Für die höchst ausdrucksvolle erste Vertonung der Klagen, die im Stil der englischen Sarum-Tradition gehalten ist, zieht Tallis den Text der ersten Lesung für die Morgenandacht am Gründonnerstag (Kapitel 1, Verse 1-2) heran und für die längere zweite Vertonung den Text der zweiten Lesung (Verse 3-5). Daher könnten seine beiden Vertonungen im Gottesdienst aufgeführt worden sein, doch sie haben unterschiedliche Tongeschlechter, die sich nicht mit den umliegenden Responsorien vertragen. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich bei beiden Vertonungen um elisabethanische Werke, die bei privaten Gottesdiensten von Verfechtern des katholischen Glaubens gesungen wurden. Die Übersetzer der Vulgata hielten sich an den akrostischen Charakter der hebräischen Vorlage (wo jeder Vers mit den aufeinander folgenden Buchstaben des hebräischen Alphabets beginnt), indem sie nacheinander vor jeden der fünf Verse die Wörter Aleph, Beth, Gimel, Daleth und Heth setzten. Bei beiden Vertonungen hält sich Tallis an die Tradition, nicht nur Musik für die herkömmliche Eröffnung der Lesung zu verfassen (‘Incipit lamentatio [oder De lamentatione] Ieremiae prophetae’), sondern auch für den abschließenden Refrain ‘Jerusalem convertere ad Dominum Deum tuum’ (aus Hosea 14.1). Wie auch andere Komponisten schmückt Tallis seine Vertonungen der hebräischen Anfangsbuchstaben mit äußerst kunstreichen Melismen aus, die in starkem Kontrast zu der ansonst syllabischen Behandlung der Klagentexte stehen. Obwohl der pflichtmäßigen Einführung des First Book of Common Prayer am Pfingstsonntag, dem 9. Juni 1549 ein langjähriger Entwicklungsprozess voranging, machte sie das Bedürfnis nach Gottesdienstmusik in der Volkssprache noch dringlicher. Dieses Problem ließ sich u.a. dadurch lösen, dass man einfach bereits vorhandene lateinische Motetten ins Englische übertrug. Kompositionen dieser Art wurden unter dem Namen Contrafactum bekannt. Es sind Contrafacta liturgischer Musik von vorreformatorischen englischen Komponisten wie John Taverner (gest.1545) überliefert sowie von mehreren anderen Komponisten aus der Reformationszeit, darunter Hugh Aston (c.1485-1558?) und Robert White (c.1538-1574). Contrafacta musikalischer Werke lassen sich im Allgemeinen recht mühelos identifizieren. Wann immer eine vorreformatorische lateinische Motette oder ein lateinischer Messeteil auch in einer nachreformatorischen Quelle mit englischem Text überliefert ist—wie etwa Taverners In trouble and adversity und O give thanks unto the Lord (beides Adaptionen seiner Messe Gloria tibi trinitas)—handelt es sich bei der englischen Textversion eindeutig um das Contrafactum. Selbst wenn keine lateinischen Textversionen vorliegen, kann man einigen Werken mit englischem Text entnehmen, dass hier eine lateinische Vorlage überarbeitet wurde. So deutet beispielsweise die metrische Form eines englischsprachigen Textes, der aus dem Lateinischen übersetzt wurde, auf ein Contrafactum hin. Demzufolge könnte William Mundys bekanntes Kirchenlied O Lord, the maker of all thing, die Vertonung eines Textes aus The King’s Primer (1545), durchaus ein Contrafactum eines lateinischen Werkes namens Deus Creator omnium sein, obwohl keine lateinische Textversion davon überliefert ist. Der zuverlässigste Beweis dafür, dass eine Überarbeitung stattgefunden hat, ist die Anwesenheit wiederholter Noten von relative kurzer Dauer. Dies spricht dafür, dass die Phrase abgeändert wurde, um eine größere Anzahl von Silben unterzubringen als ursprünglich vorgesehen. Bei den englischen Texten, die in dieser Zeit für die Adaption lateinischer Motetten gewählt wurden, handelt es sich mit großer Sicherheit um Neuverfassungen, da wohl kaum englische Texte existierten, die sich der Musik zufriedenstellend anpassen ließen. Zur Zeit von Elizabeth I. und James I. liefen Contrafacta und deren
Vorlagen in verschiedenen Formen nebeneinander her, sie wurden nicht nur
im liturgischen Kontext aufgeführt, sondern auch als Hausmusik zur
Unterhaltung oder anlässlich privater Andachten. Zu dem Genre gehören
Werke mit geistlichen und weltlichen englischen Texten, Werke, die als
italienische Madrigale und englische Kirchenlieder überliefert sind,
Musikstücke mit und ohne Text (Tasteninstrument oder Ensemble) sowie
Hymnen mit alternativen (gewöhnlich metrischen) englischen Texten. Die
größte Rubik unter den Contrafacta umfasst jedoch englische Bearbeitungen
lateinischer Motetten—sie nehmen über die Hälfte der etwa hundert
Contrafacta ein, die bisher identifiziert wurden konnten. Bei ein paar
englischen Contrafacta lateinischer Motetten sind die englischen Worte
eine fast wörtliche Übersetzung oder ungefähre Paraphrasierung des
lateinischen Textes. Doch in den meisten Fällen herrscht keine textliche
Beziehung zwischen der Vorlage und dem Contrafactum. In der Tat haben
einige von Tallis’ Motetten als Vorlage für mehrere Contrafacta gedient:
so gibt es beispielsweise insgesamt vier englische Adaptionen von Absterge
Domine und jeweils zwei von O sacrum convivium, Salvator mundi (I) und O
salutaris hostia. Wahrscheinlich stammen nur sehr wenige der überlieferten
Contrafacta von Tallis aus der Zeit vor seinem Tod im Jahre 1585, und
nichts deutet darauf hin, dass irgendwelche unter ihnen von ihm persönlich
arrangiert oder gebilligt wurden. Ein Contrafactum, das vermutlich von Tallis stammt, ist ganz besonders interessant. Allerdings wurde es nicht in diese Sammlung aufgenommen, da seine Herkunft nach wie vor nicht eindeutig geklärt ist. Der Musik- und Kirchenhistoriker John S. Bumpus hat in seiner History of English Cathedral Music (1908) die These aufgestellt, dass es sich bei einem der frühesten englischen Kirchenlieder von Tallis—If ye love me— um ein Contrafactum einer lateinischen Motette handelt, und zwar um Caro mea, vera est cibus, deren Text der Halleluja-Vers aus der Fronleichnammesse ist. Der lateinische Text (Johannes 6, Verse 55-56) hat in der Tat die richtige Länge und lässt sich der Musik weitgehend anpassen. Ferner trägt die überlieferte englische Version bestimmte rhythmische Züge, die auf eine lateinische Vorlage schließen lassen. Es gibt jedoch zwei einschlägige Gegenargumente zu Bumpus’ Theorie. Erstens wurde die Hymnen-Struktur ABB nicht von den vorreformatorischen Komponisten bevorzugt, sondern erst bei Kirchenliedern aus der frühen edwardianischen und elisabethanischen Zeit. Zweitens spricht der einfache syllabische Stil der Vertonung und vor allem die homophone Einleitung gegen Tallis’ vorreformatorischen Kompositionsstil. Doch obwohl keine lateinische Vertonung des Caro mea, vera est cibus von Tallis (oder irgend einem anderen englischen Komponisten) überliefert ist, besteht kein Grund für die Annahme, dass Bumpus’ Behauptung ein reines Hirngespinst war. Zwei weitere Contrafacta von Tallis-Motetten sind leider nur unvollständig überliefert und wurden daher von dieser Aufnahme ausgeschlossen. Bei dem ersten—O holy Lord, and blessed Saviour, von dem die Einleitung der Bassstimme in einem fragmentarischen Manuskript im St. John’s College, Oxford überliefert ist—handelt es sich um eine Bearbeitung des von Tallis vertonten Kirchenliedes O salutaris hostia. Das zweite Contrafactum (unbetitelt und ohne Incipit in seiner Quelle), ist eine Adaption der sechsstimmigen Votivantiphon Gaude gloriosa Dei Mater. Von diesem Contrafactum sind Fragmente des Contratenors in der Bodleian Library, Oxford (Corpus Christi College MS 566) erhalten. Leider ist der größte Teil des englischen Textes verloren gegangen, ein Verlust, der deshalb besonders schmerzlich ist, weil das Gaude gloriosa zu den bedeutendsten lateinischen Kompositionen von Tallis zählt. Wipe away my sins (Absterge Domine), das von John Barnard als ‘ein Gebet’ bezeichnet wird, erfreute sich im 17. Jahrhundert großer Beliebtheit. Forgive me, Lord, my sin ist nur in einem Manuskript aus dem 17. Jahrhundert erhalten geblieben, doch die Aufnahme des Textes in die von James Clifford veröffentlichte Kirchenliedersammlung (1663, überarbeitet und erweitert 1664) deutet darauf ihn, dass es in weitaus größeren Kreisen zirkulierte. Zwei weitere Contrafacta von Absterge Domine sind überliefert: O God, be merciful, das auf CD 9 vorgestellt wird, wurde möglicherweise für die Kapelle von Peterhouse College in Cambridge bearbeitet, da es nur in Manuskripten zu finden ist, die um 1630 an der College-Kapelle kursierten. Discomfort them, O Lord, das ebenfalls in Peterhouse und an anderen Orten aufgeführt wurde, können Sie auf CD 7 hören. Blessed are those that be undefiled ist eine Vertonung von Psalm 119, Verse 1-6, übersetzt von Myles Coverdale (1535). In einem handschriftlichen Stimmbuch, das ehemals mit der Gemeindekirche von Ludlow assoziiert war (heute im Shropshire County Record Office), trägt die englische Version die Überschrift ‘Beati immaculati’, was darauf hindeutet, dass dieses Werk ein Contrafactum sein könnte. Obwohl es durchaus gebräuchlich war, englische Vertonungen von Psalmentexten mit lateinischen Überschriften zu versehen, gibt es genügend interne Hinweise bezüglich der Wortvertonung, die für die Theorie einer lateinischen Vorlage sprechen. Zum einen werden längere Noten häufig in wiederholte kürzere Noten unterteilt, und zum anderen ist das Werk für die Kombination TrSATB angelegt. Eine lateinische Vertonung des Beati immaculati von Tallis ist nicht überliefert, doch CD 3 enthält eine bearbeitete Rekonstruktion des mutmaßlichen lateinischen Originals. With all our hearts and mouths und Arise, O Lord, and hear sind Bearbeitungen von Tallis’ erster Vertonung des Salvator mundi. With all our hearts and mouths, dessen Text für den Dreifaltigkeitssonntag geeignet ist, fand zur Zeit Elizabeth I. und James I. große Verbreitung. Die Adaption von Arise, O Lord, and hear wurde wahrscheinlich um 1620 für den Chor von Durham Cathedral verfasst, da das Werk nur in mit der Kathedrale verbundenen Quellen überliefert ist. I call and cry to thee und O sacred and holy banquet sind zwei ganz besonders interessante Adaptionen. I call and cry war das weitaus beliebteste unter den englischen Kirchenliedern von Tallis und ist in den meisten wichtigen sakralen Musikmanuskripten des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts zu finden. Ein Anfang des 17. Jahrhunderts verfasstes Arrangement für Sopranstimme und Laute ist ebenfalls überliefert. Da die lateinische Version O sacrum convivium ein ungewöhnlich hohes Ausmaß an Notenwiederholungen enthält, wurde bis vor kurzem angenommen, dass die englische Textversion der lateinischen Motette als Vorlage diente. John Milsom hat jedoch nachgewiesen, dass es sich bei keiner der beiden Versionen um das Original handelt, sondern beide auf einer weitaus längeren nicht betitelten instrumentalen Fantasia beruhen, die sich in einem fragmentarischen Stimmbuch als Teil des Harleian Manuskripts 7578 in der British Library befindet (zu hören auf CD 9). O sacred and holy banquet ist insofern ein untypisches Contrafactum, als der englische Text die lateinischen Worte für Fronleichnam paraphrasiert. Im Gegensatz zu dem populären I call and cry gibt es für diese Adaption nur eine einzige Manuskriptquelle, Thomas Myriells Tristitiae Remedium (British Library, Add. MSS 29372-7, datiert 1616). Die zahlreichen Diskrepanzen zwischen den verschiedenen Manuskriptquellen von When Jesus went into Simon the Pharisee’s house (Salvator mundi II) lassen darauf schließen, dass das Werk mehrere Bearbeitungsprozesse durchlaufen hat, und die hier aufgenommene Version ist ein praktischer Kompromiss. Es handelt sich bei dieser Komposition um einen Kanon in der Oktave zwischen Sopran- und Tenorstimmen, bei dem die zweite Stimme nach vier Taktschlägen einsetzt. Der Text aus Lukas 7, Verse 36-38, wurde von Richard Nicholson für seine Consort-Hymne When Jesus sat at meat paraphrasiert. Damit ist die englische Version des Tallis-Werks nicht nur für die Aufführung anlässlich des Festes der Heiligen Maria Magdalena (22. Juli), sondern auch für den allgemeinen Gebrauch geeignet—ein für Contrafacta ungewöhnlicher Fall, da sich die adaptierten Texte gewöhnlich mit Themen der Buße oder Lobpreisung befassen. Blessed be thy name (Mihi autem nimis) war eines unter vier Contrafacta von Tallis, die John Barnard in seine Anthologie The First Book of Selected Church Musick (1641) aufnahm—die einzige Sammlung liturgischer Musik, die in England zwischen 1560 und dem Englischen Bürgerkrieg veröffentlich wurde. Barnards Sammlung enthielt lediglich Werke von bereits verstorbenen Komponisten und bot einen repräsentativen Querschnitt derjenigen Kompositionen aus der Zeit Elizabeth I. und James I., die fest im Repertoire der englischen Kathedralen und großen Gemeindekirchen verankert waren. Barnards Stimmbücher konnten zur Zeit der Restauration immer noch von Institutionen erworben werden, die ein neues Repertoire an Gottesdienstmusik benötigten, da ihre Musikmanuskripte während des Englischen Bürgerkrieges verloren gegangen oder vernichtet worden waren. O praise the Lord (O salutaris hostia) sollte nicht mit Tallis’ englischer Hymne mit dem gleichen Text verwechselt werden, die nur unvollständig und in ganz wenigen Manuskripten aus der Zeit nach der Restauration überliefert ist. Das Contrafactum ist in nur in einem einzigen Manuskript für die Bassstimme aus einer Sammlung von Stimmbüchern erhalten, die in enger Verbindung mit John Barnard, Kanonikus der St. Paul’s Cathedral, stehen, doch die Bearbeitung des englischen Textes für die vier weiteren Stimmen ist recht unproblematisch. Sing and glorify heaven’s high majesty ist eine Adaption von Tallis berühmter 40-stimmigen Motette Spem in alium für acht Chöre. Die englische Version dieser wahrhaften Tour de Force wurde 1610 anlässlich der Investitur von Prinz Henry (dem ältesten Sohn von James I. und Anne von Dänemark) als Prinz von Wales in Westminster aufgeführt. Weitere Gelegenheiten für die Aufführung eines Werkes von derart gewaltigem Ausmaß müssen sehr beschränkt gewesen sein, und möglicherweise wurde das Contrafactum speziell für diesen Anlass überarbeitet. Nach dem frühen Tod Henrys an Typhus im November 1612, zu dessen Gedenken verschiedene bedeutende Komponisten der Zeit besondere Musikwerke verfassten, wurde die Bearbeitung 1616 bei der Investitur von Henrys Bruder Charles in Whitehall erneut aufgeführt. Genaue Angaben zu den lateinischen Vorlagen dieser Contrafacta finden Sie in den Klappentexten für CD 7 der gesammelten Werke. John Morehen, April 2004 [1] Lamentations of Jeremiah I Incipit lamentatio Ieremiae prophetae: Aleph. Quomodo sedet sola civitas plena populo: facta est quasi vidua domina gentium, princeps provinciarum facta est sub tributo. Beth. Plorans ploravit in nocte, et lacrimae eius in maxillis eius: non est qui consoletur eam ex omnibus caris eius: omnes amici eius spreverunt eam, et facti sunt ei inimici. Ierusalem, Ierusalem, convertere ad Dominum Deum tuum Hier beginnen die Klagen des Propheten Jeremia: 1. Wie liegt die Stadt so wüst, die voll Volks war! Sie ist wie eine Witwe! Die Fürstin unter den Heiden; und die eine Königin in den Ländern war, muss nun dienen. 2. Sie weint des Nachts, dass ihr die Tränen über die Wangen laufen; es ist niemand unter allen ihren Freunden, der sie tröstet; alle ihre Nächsten sind ihr untreu und ihre Feinde geworden. Jerusalem, Jerusalem, kehr zurück zu Gott, deinem Herrn. [2] Lamentations of Jeremiah II De lamentatione Ieremiae prophetae: Ghimel. Migravit Iuda propter afflictionem ac multitudinem servitutis, habitavit inter gentes, nec invenit requiem. Daleth. Omnes persecutores eius apprehenderunt eam inter angustias. [Viae Sion] Lugent, eo quod non sint qui veniant ad solemnitatem. Omnes portae eius destructae. Sacerdotes eius gementes, virgines eius squalidae, et ipsa oppressa amaritudine. He. Facti sunt hostes eius in capite, inimici illius locupletati sunt: quia Dominus locutus est super eam propter multitudinem iniquitatem eius: parvuli eius ducti sunt captivi ante faciem tribulantis. Ierusalem, Ierusalem, convertere ad Dominum Deum tuum. Aus den Klageliedern des Propheten Jeremia: 3. Juda ist gefangen in Elend und schwerem Dienst; sie wohnt unter den Heiden und findet keine Ruhe; alle ihre Verfolger halten sie übel. 4. Die Straßen gen Zion liegen wüst; weil niemand auf ein Fest kommt; alle ihre Tore stehen öde, ihre Priester seufzen; ihre Jungfrauen sehen jämmerlich, und sie ist betrübt. 5. Ihre Widersacher schweben empor, ihren Feinden geht’s wohl; denn der Herr hat sie voll Jammers gemacht um ihrer großen Sünden willen, und ihre Kinder sind gefangen vor dem Feinde hin gezogen. Jerusalem, Jerusalem, kehr zurück zu Gott, deinem Herrn. [3] Wipe away my sins, O Lord Wipe away my sins, O Lord, which ignorantly in my youth I have done; and give pardon to the penitent, for thou art my Lord my God. All the hope of my soul doth only rest in thee. Thou art my hope, thou art my health. My tears do testify my grief, my dolour and affliction. Be mindful O Lord God of thy goodwill, and with favour give ear unto my prayer. Then shall my heart rejoice in thee and my spirit shall serve thee for ever and ever. Amen. Wische meine Sünden weg, O Herr, die ich in meiner Jugend unwissentlich begangen habe und vergib dem reuigen Büßer, denn du bist der Herr mein Gott. Meine ganze Seele hofft auf dich. Du bist meine Hoffung, und mein Heil. Meine Tränen zeugen von meinen Schmerzen, von meinem Kummer und Leid. Schenke mir deine Gnade O Herr, und erhöre mein Gebet. Dann wird mein Herz sich deiner erfreuen und mein Geist dir dienen in alle Ewigkeit. Amen. [4] Forgive me, Lord, my sin Forgive me, Lord, my sin which ignorantly I have done and give pardon to the penitent for thou art my God. All the hope of my soul doth rest on thee. Thou art my rock and sure defence. My fears do terrify my grief. Be mindful O Lord God of thy goodwill. And with favour give ease o my prayer. Then shall my heart rejoice in thee and my spirit shall serve thee for ever. Amen. Vergib mir, Herr, meine Sünden, die ich unwillentlich begangen habe, und verzeihe dem Büßer, denn du bist mein Gott. Ich setze alle meine Hoffnung auf dich. Du bist mein Fels und sicherer Hort. Ich bin voller Angst und Trauer. Schenke mir, O Herr, deine Gnade. Und erhöre gnädig mein Gebet. Dann wird mein Herz sich deiner erfreuen und meine Seele dir dienen immerdar. Amen. [5] Blessed are those that be undefiled Blessed are those that be undefiled in the way: and walk in the law of the Lord. Blessed are they that keep his testimonies: and seek him with their whole heart. For they who do no wickedness: walk in his ways. Thou hast charged us, O Lord: that we shall diligently keep thy commandments. O that our ways were made so direct: that we might keep thy statutes. So shall we not be confounded: while we have respect unto thy commandments. Glory to the Father and to the Son and to the Holy Ghost. As it was in the beginning, is now, and ever shall be, world without end. Amen. Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des Herrn wandeln! Wohl denen, die sich an seine Mahnungen halten, die ihn von ganzem Herzen suchen, die auf seinen Wegen wandeln und kein Unrecht tun. Du hast geboten, fleißig zu halten deine Befehle. O, dass wir in unserem Leben deine Gebote mit ganzem Ernst hielten. Wenn wir schauen allein auf deine Gebote, so werden wir nicht zuschanden. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, Wie es war zu Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. [6] Arise, O Lord, and hear Arise, O Lord, and hear my voice when I call upon thee. Be thou my rock a sure defence so will I sing and praise thy name. Amen. Stehe auf, O Herr, und höre meine Stimme, die zu dir fleht. Sei mein Fels und sicherer Hort, so will ich dir singen und deinen Namen preisen. Amen. [7] With all our hearts With all our hearts and mouths we confess, praise and bless thee, God the Father unbegotten, and thee the Son, only begotten, with the Holy Ghost the comforter. Holy and unseparable Trinity, to thee be glory for evermore. Amen. Mit allen Herzen und Mündern verkündigen, preisen und segnen wir dich, Gott Vater, ungeboren, und dich den Sohn, eingeboren, mit dem Heiligen Geist, dem Tröster. Heilige Dreieinigkeit, dein sei die Ehre immerdar. Amen. [8] I call and cry to thee I call and crie to thee O Lord, give ear unto my plaint. Bow down thine eyes and mark my heavy plight, and how my soul doth faint, for I have many ways offended thee. Forget my wickedness O Lord, I beseech thee. Ich rufe und schreie nach dir, o Herr, höre meine Klagen. Blicke zu mir herab, erkenne mein schweres Los und meine schwache Seele, denn ich habe dich in vielen Dingen gekränkt. Verzeihe meine Übeltaten, O Herr, ich flehe dich an. [9] O sacred and holy banquet O sacred and holy banket wherin Christ Jesus is received. And we recount the memory of his bitter passion. And the minde is filled with his heavenly grace. And the pledge of everlasting life is given to us. O geheiligtes Abendmahl, in dem Christus empfangen wird. Wir gedenken seiner bitteren Leiden. Und unsere Seele wird erfüllt mit himmlischer Gnade. Und uns wird das Versprechen auf das ewige Leben geschenkt. [10] When Jesus went into Simon the Pharisee’s house When Jesus went into Simon the Pharisee’s house and sat down at meat, behold a woman in the city who was a sinner; as soon as she knew that Jesus sat at meat in the Pharisee’s house, she brought an alabaster box of ointment and stood at his feet behind him weeping, and began to wash his feet with tears, and did wipe them with the hairs of her head, and kissed his feet and anointed them with the ointment. Und Jesus ging in das Haus des Pharisäers Simon und setzte sich zu Tische. Und siehe, eine Frau war in der Stadt, eine Sünderin; und als sie vernahm, dass er in dem Hause des Pharisäers zu Tische wäre, brachte sie eine alabasterne Flasche voll Salbe und trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küsste seine Füße und salbte sie mit der Salbe. [11] Blessed be thy name Blessed be thy name, O God of our fathers, which when thou art wroth showest mercy and in the time of trouble thou forgivest the sins of them that call upon thee. Gesegnet sei dein Name, O Herr unserer Vorväter, der du trotz deines Zornes Gnade walten lässt und in Zeiten der Anfechtung die Sünden aller vergibst, die dich anrufen. [12] O praise the Lord II O praise the Lord all ye heathen, praise him all ye nations. For his merciful kindness is ever more and more towards us and the truth of the Lord endureth for ever. Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker; denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. [13] Sing and glorify heaven’s high majesty Sing and glorify heaven’s high majesty. Author of this blessed harmony sound divine praises with melodious graces. This is the day, holy day, happy day, for ever give it greeting, love and joy, heart and voice meeting. Live Henry princely and mighty, Henry live in thy creation happy. Singt und verherrlicht des Himmels große Majestät, den Urheber dieser gesegneten Harmonie. Lasst göttliches Lob erschallen mit klangvollem Zierrat. Dies ist der Tag, heiliger Tag, glücklicher Tag, immer sei er gegrüßt. Liebe und Freude, Herz und Stimme vereinend, lebe Harry fürstlich und mächtig, Harry lebe lang glücklich in deiner Schöpfung! |
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