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Thomas
Tallis: The Complete Works
Chapelle du Roi
Die sechste CD in Chapelle du Rois Aufnahmereihe der gesammelten Werke von Thomas Tallis (gest. 1585) ist Musikwerken gewidmet, die der Komponist für die im Booke of the common prayer niedergelegte reformierte Gottesdienstordnung verfasste. Diese neue volkssprachliche Ordnung trat am Pfingstsonntag (9. Juni) 1549 infolge eines zu Jahresanfang von beiden Parlamentshäusern erlassenen Gesetzes—dem Act for the Uniformity of service (einheitliche Gottesdienstordnung)—in Kraft und setzte einen Schlussstrich unter die liturgischen und musikalischen Experimente der letzten fünfzehn Jahre seit Henry VIII. offiziellem Bruch mit Rom im Jahr 1534. Tallis’ Musik sowie die damit verbundenen Intonationen und Kollekten (für die Morgenandacht am Ostersonntag und die Abendandacht am vierten Advent) werden hier in der üblichen liturgischen Reihenfolge für den Tag wiedergegeben—Frühgottesdienst, heiliges Abendmahl, Abendgottesdienst. Den Abschluss bilden neun Harmonisierungen von Psalmenmelodien, die der Komponist zu dem circa 1567 veröffentlichen Psalter des Erzbischofs Matthew Parker beisteuerte. Eine genaue Datierung der Musikwerke auf dieser Aufnahme ist recht schwierig. Nur sehr wenige Musikquellen aus Tallis’ Schaffenszeit sind in Druck- oder Manuskriptform überliefert, und die beiden Quellen, die bekanntlich während der kurzen Regierungszeit Edward VI. (1547-1553) abgeschrieben wurden—die ‘Lumley’-Stimmbücher (British Library, London, Royal Appendix Mss. 74-76) und die ‘Wanley’-Stimmbücher (Bodleian Library, Oxford, Mss. Mus. Sch. e. 420-422)—enthalten nur eine Handvoll von Werken des Komponisten. Die Datierung dieser Werke wird auch dadurch erschwert, dass sich der Stil der Musik während Edwards Regierungszeit schlecht von dem des langen Zeitraums liturgischer Stabilität nach Elizabeths Thronbesteigung 1558 unterscheiden lässt. Es kann durchaus sein, dass ein Großteil der hier aufgenommenen Musik für die Chapel Royal komponiert wurde, an die Tallis wahrscheinlich in den späten 30er- oder frühen 40er-Jahren des 16. Jahrhunderts als Gentleman berufen wurde. In diesem Amt, das der Komponist bis zu seinem Tode bekleidete, diente er vier Monarchen als Sänger, Organist und Komponist. Und die Tatsache, dass er als reicher Mann starb, spricht für seine Beliebtheit und sein hohes Ansehen bei Hofe. In den Jahren direkt nach der Einführung des Prayer Books von 1549 bestand ein Chor gewöhnlich aus vier Stimmen (MATB) ohne Solisten, eine Unterteilung, die sowohl praktisch war als auch ganz dem neuen Wunsch nach straffer Struktur und Direktheit des Ausdrucks nachkam. In der mittleren Regierungszeit von Elizabeth I. wurden die geistlichen Chöre jedoch um eine fünfte hohe Sopranstimme, den so genannten ‘Treble’, erweitert—eine Knabenstimme, deren Tonumfang in etwa eine Quarte über der mittleren Knabenstimme liegt. Obwohl Tallis nachweislich nur ein Kirchenlied für die hohe Sopranstimme verfasst hat (das Lied O give thanks, von dem nur die Orgelbegleitung überliefert ist), unternahm er zuweilen Ausflüge in eine fünfstimmige Struktur mit unterteilten Contratenören (MAATB)—eine Struktur, die bis Ende des 16. Jahrhunderts zur Norm wurde und sich in dieser Form bis zur Auflösung der Gottesdienste während des Bürgerkriegs (Civil War) hielt. Möglicherweise war ein beachtliches Korpus der anglikanischen Kirchenmusik zur Zeit von Edward VI. und in den frühen Regierungsjahren von Elizabeth I. für Männerstimmen vorgesehen (wahrscheinlich in der Stimmenkombination CCTB). Für diese Theorie spricht allein der geringe Tonumfang zahlreicher Werke aus dem Repertoire der Wanley- und Lumley-Sammlungen sowie aus John Days Certaine notes (1560/5). Obwohl es durchaus denkbar ist, dass Tallis einige seiner Kirchenlieder (z.B. A new commandment give I unto you, Hear the voice and prayer und If ye love me) für reine Männerstimmen verfasst hat, waren scheinbar keine der auf dieser CD vorgestellten Kompositionen nur für Männer gedacht und werden daher auch nicht in dieser Form vorgetragen. Die überlieferte Musik für den frühen anglikanischen Gottesdienst besteht in erster Linie aus Lob- und Chorgesängen für Morgen- und Abendandachten sowie Musik für ausgewählte Teile des heiligen Abendmahls. Zu den Lobgesängen für die Morgenandachten zählten gewöhnlich das Venite, das Te Deum und das Benediktus, während das Magnifikat und das Nunc Dimittis den Abendandachten vorbehalten waren. (Das Prayer Book von 1552 führte andere Lobgesänge für die Morgen- und Abendandachten ein, doch sie wurden von nur relativ wenigen Komponisten vertont.) Im November 1547 wurde in der Westminster Abbey anlässlich der Parlamentseröffnung und Provinzialsynode die Mass Ordinary (gewöhnliche Messe) auf Englisch gesungen, und bereits Anfang 1548 waren englische Übersetzungen von Teilen aus der Mass Ordinary im Druck erhältlich. Zu den vertonten Teilen gehörten normalerweise das Kyrie (d.h. die Responsorien auf die Gebote) and das Credo. Tallis’ relativ schlichter ‘First’ oder ‘Short Service’—heute bekannt unter dem Namen ‘Dorian Service’—enthält alle sieben üblichen Lobgesänge für die Morgenandacht (Venite/Te Deum/Benediktus), das Heilige Abendmahl (Kyrie/Credo) und die Abendandacht (Magnifikat/Nunc Dimittis). Ferner ist er einer von mehreren Gottesdiensten aus der Zeit, der Vertonungen des Sanctus und des Gloria mit einschließt. Die in manchen Quellen mit diesem Gottesdienst in Verbindung gebrachte Sentenz Not every one that sayeth unto me (Nicht jeder, der zu mir sagt) aus dem Offertorium ist möglicherweise verfälscht, da sie nicht in den maßgebenden Quellen auftaucht. Sie ist lediglich in einer Manuskriptsammlung überliefert, die um 1630 in der Kapelle von Chirk Castle bei Wrexham benutzt wurde. Der ‘Dorian Service’ zeichnet sich durch seine knappe Form aus, er ist zumeist homophonisch und enthält nur wenige verbale Wiederholungen, wodurch der Text klar und prägnant zur Geltung kommt. Tallis’ schlichter und vorwiegend chordaler Chorgesang Verily, I say to you (Wahrlich, ich sage euch) ist hier in das heilige Abendmahl integriert—nicht aus liturgischen Gründen, sondern aufgrund des eindeutig eucharistischen Charakters seines Textes. Tallis war einer der ersten Komponisten, der Chorvertonungen des Preces (‘O Lord, open thou our lips’ (Herr, öffne du unsere Lippen) usw.) und die Responsorien nach dem Glaubensbekenntnis (‘The Lord be with you’ (Der Herr sei mit euch) usw.) für Morgen- und Abendandachten verfasste. Solche Vertonungen findet man gewöhnlich in zeitgenössischen Quellen in Verbindung mit Vertonungen von Bibelpsalmen für wichtige Kirchenfeste, und man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Verwendung von Polyphonie für diese Teile des Gottesdienstes sich hauptsächlich auf jene Feste beschränkte. Diese Aufnahme enthält drei Psalmenvertonungen für die Abendandacht am 24. Tag des Monats, und zwar die des zweiten, dritten und vierten Abschnitts von Psalm 119 (die Überlieferung von Tallis’ Vertonung des ersten Abschnitts ist für eine Rekonstruktion zu unvollständig). Diese Psalmenvertonungen waren eindeutig für die Messe am Heiligabend bestimmt, da Tallis ähnliche Vertonungen für die Abendandacht am Weihnachtstag und für den 26. Tag des Monats (wahrscheinlich speziell für den 26. Dezember, dem Heiligentag des St. Stephen) verfasst hat. Leider sind diese beiden Sätze ebenfalls unvollständig. Die drei Abschnitte von Psalm 119 auf dieser Aufnahme sind rein funktional, sie umfassen dem Cantus planus angelehnte Harmonisierungen der traditionellen Sarum-Melodie, die von der Tenorstimme übernommen werden. Die hier aufgenommenen Abschnitte für die Abendandacht und das heilige Abendmahl von Tallis’ First Service sowie die Vertonungen der Festal Psalms (Festpsalmen) bedienen sich alle der Antiphonie, d.h. die beiden einander gegenüberliegenden Chorseiten, Decani und Cantoris, singen abwechselnd ausgewählte Passagen, um räumliche Tiefe zu schaffen. Diese Gepflogenheit wurde von manchen zeitgenössischen Kommentatoren verurteilt. 1572 bemerkte John Field, ein Geistlicher aus London, dass die Sänger ‘...die Psalmen zumeist wie Tennisbälle hin- und herschleudern’, und circa ein Jahrzehnt später (1583) stellte der Separatist Robert Browne eine ähnliche Beobachtung an: ‘Ihr Hin- und Herschleudern der Psalmen und Sentenzen ist wie ein Tennisspiel’. Doch immerhin bot die Antiphonie eine willkommene Abwechslung zu der gnadenlosen Homophonie und dem funktionalen Einerlei der elisabethanischen Festpsalmen. Keine der überlieferten Quellen zu Tallis’ First Service oder den Festal Psalms wurde jedoch zu Lebzeiten des Komponisten abgeschrieben, und die Antiphonie kann durchaus das Ergebnis eines ‘kreativen’ Umschreibens im 17. Jahrhundert sein. Zuweilen beschränkt sich die Antiphonie auf nur ganz bestimmte Quellen, was den Verdacht verstärkt, dass lokale Musiker gelegentlich frühere Kompositionen auf diese Weise ‘verbesserten’. Der Text von Christ rising again from the dead stammt aus den ‘Easter Anthems’ (Osterhymnen), die laut den Prayer Books von 1549 und 1552 bei der Morgenandacht am Ostertag gesungen oder gesprochen werden sollten. Das Prayer Book von 1549 enthält die Anweisung, dass die Hymnen direkt vor der Morgenandacht, sobald die Gemeinde sich in der Kirche versammelt hat, zu singen seien. Im Prayer Book von 1552 hingegen sind sie für die eigentliche Morgenandacht anstelle des Venite vorgesehen. Es bestehen gewisse Zweifel über die Authentizität dieser Vertonung. Sie ist in drei Quellen überliefert, die alle vierzig Jahre oder mehr nach Tallis’ Tod datiert sind. Eine der drei Quellen ist anonym, und die zweite schreibt das Werk William Byrd zu, was plausibler erscheint. Nur ein heute in Berkeley, Kalifornien, befindliches Orgelbuch nennt Tallis als den Komponisten. Weder das Prayer Book von 1549 noch das von 1552 weisen eindeutig auf das Singen von Hymnen hin, doch ihr Vortrag spielte zweifellos eine wichtige Rolle in den frühen anglikanischen Gottesdiensten, da sowohl die Lumley- als auch die Wanley-Sammlungen Hymnen enthalten. Erst 1559 finden wir eine Verfügung von Elizabeth I. in den Royal Injunctions, dass während der Morgen- und Abendandacht ‘... zur Ergötzung derer, die sich an Musik erfreuen … eine Hymne oder ein ähnliches Lied zum Lobe des Allmächtigen gesungen werden darf, mit der besten Melodie und Musik, die sich zu diesem Zwecke verfassen lässt, wobei jedoch darauf zu achten ist, dass Worte und Sinn der Hymne gewahrt bleiben’. Erst das Prayer Book von 1662 gibt die genaue und viel zitierte Anweisung, dass die Hymne direkt nach der dritten Kollekte während der Morgen- und Abendandacht zu singen sei—‘in Chören und Orten, wo sie singen, folgt nun die Hymne’. Tallis war einer unter den wenigen identifizierbaren Komponisten (darunter Robert White, John Sheppard und Christopher Tye), der einige der frühesten englischen Hymnen verfasste. Die meisten dieser Komponisten hatten ihre Lehrjahre zur Zeit des lateinischen Ritus abgegolten, und alle müssen davor gebangt haben, eine volkssprachliche Musik zu schaffen, die den Verfügungen der Lincoln Cathedral (1548) gerecht werden würde, nämlich ‘... eine einfache und deutliche Note für jede Silbe’ zu schreiben. Es ist daher kaum verwunderlich, dass die Qualität der englischen Kirchenmusik bei einigen dieser Komponisten weniger beeindruckend war als zur Zeit der vorreformatorischen Liturgie. Tallis werden insgesamt 40 Hymnen zugeschrieben, doch diese hohe Zahl ist insofern irreführend, als viele unter ihnen Contrafakte lateinischer Kompositionen waren. Wenn man Contrafakte, halb-geistliche Kompositionen für Hausandachten, unvollständige und falsch zugewiesene Stücke abzieht, bleibt nur noch ein Kern von etwa einem Dutzend Werke übrig. Die spätere Aufnahme mehrerer der Hymnentexte in James Cliffords The Divine Services und Anthems (1663/4) lässt darauf schließen, dass sie auch in der Restaurationszeit noch populär waren. Tallis’ Verfasserschaft von Out from the deep ist umstritten. Das Werk ist nur in Quellen aus dem 17. Jahrhundert überliefert, die es teilweise William Parsons zuschreiben (fl. 1545-63). Bei dem Text handelt es sich um eine ansonsten unbekannte metrische Version von Psalm 130. Es folgt wie O Lord, give thy Holy Spirit und Purge me, O Lord dem Schema ABB (zwei Teile, von denen der zweite wiederholt wird), das bei vielen Kirchenliedkomponisten unter Edward VI. und in der frühen elisabethanischen Zeit sehr beliebt war. Das wunderbar fließende O Lord, give thy Holy Spirit ist die Vertonung eines Texts aus Lidleys Prayers (1566) und zeichnet sich durch eine gelockertere Haltung gegenüber der textlichen Wiederholung aus als viele andere Hymnen von Tallis. Das Schema ist wiederum ABB, obwohl—wie bei manchen Werken aus dieser Zeit (darunter Tallis’ O Lord, in thee is all my trust)—die Wiederholung von Teil B in einigen Quellen fehlt. Bei Purge me, O Lord, ebenfalls im ABB-Format, handelt es sich um die Vertonung eines nicht identifizierbaren metrischen Bußetextes. Die Hymne existiert auch als mehrstimmiges Lied mit den weltlichen Worten ‘Fond youth is a bubble’ und zählt zu den relativ wenigen Kompositionen aus dieser Zeit, die mit weltlichem und geistlichem Text in englischer Sprache überliefert sind. Aus der Wortvertonung geht hervor, dass die hier zu hörende geistliche Version die frühere von beiden ist, doch laut Paul Doe könnte die weltliche Version aus der Zeit Henry VIII. stammen. Remember not, O Lord God ist die Vertonung eines Texts aus The King’s Primer (1545), der auf Versen von Psalm 79 basiert. Dabei muss es sich um eine der frühesten Hymnen von Tallis handeln, da sie in zwei Versionen überliefert ist, von denen die frühere und kürzere (in den Lumley-Stimmbüchern) circa 1547 verfasst wurde. Die Version auf dieser CD ist die spätere der beiden überlieferten Versionen (circa 1560). Sie zeichnet sich durch ihre kunstvolleren Kadenzen und zahlreichere Wiederholungen des Materials aus. O Lord, in thee is all my trust erschien in John Days Certaine notes set forthe in foure and three partes ... (1560/5), der einzigen Sammlung englischer Kirchenmusik, die zu Tallis’ Lebzeiten veröffentlich wurde. Obwohl Days Druckausgabe das Datum 1560 trägt, wurde die Publikation vermutlich verschoben und erschien erst 1565 unter dem Namen Mornyng and Evenyng prayer and Communion, set forth in foure partes. Days Anthologie enthielt anspruchslose Musik, welche die Grundanforderungen des Prayer Books für die drei wichtigsten Gottesdienste des anglikanischen Ritus erfüllt. Um 1567 brachte der elisabethanische Musikdrucker John Day The whole psalter translated into English metre heraus, ein Psalter mit metrischen Übersetzungen aller Psalmen von Matthew Parker, dem ersten anglikanischen Erzbischof von Canterbury (1559-75). Die neun Stücke, die Tallis zu dem Werk beitrug, waren wahrscheinlich nicht für den liturgischen Gebrauch vorgesehen, da derartige Vertonungen allgemein als geeigneter für Hausandachten galten. Vom Stil her erinnern Tallis’ Vertonungen an die Harmonisierungen, die sein Zeitgenosse Christopher Tye in den Actes of the Apostles (1553) benutzte, doch im Gegensatz zu Tye vermeidet Tallis dabei fast jegliche Imitationen, Melismen und Ausschmückungen durch Kadenzen. Tallis vertonte die Psalmen 1, 68, 2, 95, 42, 5, 52 und 67 sowie den Text Come, Holy Ghost (‘Tallis’ Ordinale’), der möglicherweise bei Ordinationsgottesdiensten gesungen wurde. Parker hat Tallis’ Vertonungen folgende Beschreibung der acht Melodien vorangestellt:
The
first is meek, devout to see, Die erste
ist sanft und fromm von Herzen, Aus Platzgründen wird Tallis’ Vertonung der englischen Version der Litanei auf einer späteren CD dieser Aufnahmereihe zu hören sein. Obwohl sie nicht streng liturgisch ist, sollte sie bei einer Analyse der Musik des Komponisten für den anglikanischen Gottesdienst nicht fehlen. Die von Thomas Cranmer, dem Erzbischof von Canterbury 1532—1553, verfasste Litanei war für Prozessionen bei Kirchenfesten vorgesehen. Sie wurde 1544 autorisiert und ist somit einer der frühesten Teile des anglikanischen Ritus, der eine offizielle Genehmigung erhielt. Tallis hat in seiner Vertonung die Töne von 1544 in die höchste Stimme eingebaut. Zusätzlich zu der fünfstimmigen Version auf dieser Aufnahme wurde bereits ab circa 1630 in der Peterhouse Chapel von Cambridge und der Durham Cathedral eine vierstimmige Version gesungen, für die Tallis’ beiden ursprünglichen Contratenorstimmen zu einer Stimme zusammengelegt worden waren. John Morehen, Februar 2003 [1] Christ rising again from the dead
Christ rising again from the dead now dieth not. Death from henceforth
hath no power upon him. Christus, von den Toten auferweckt, wird hinfort nicht sterben; der Tod wird hinfort nicht mehr über ihn herrschen. Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal; was er aber lebt, das lebt er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christo Jesus, unserm Herrn. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. Halleluja. [2 & 12] Preces
V. O Lord, open thou our lips.
V. O Herr, öffne du unsere Lippen. [3] Venite
O come let us sing unto the Lord; let us heartily rejoice in the
strength of our salvation.
Kommt herzu, lasst uns dem Herrn frohlocken und jauchzen dem Hort unsres
Heils! [4] Te Deum
We praise thee, O God: we ‘knowledge thee to be
Herr Gott dich loben wir, denn du bist der Herr. [5] Benedictus
Blessed be the Lord God of Israel; for he hath visited and redeemed his
people;
Gelobet sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöset
sein Volk: [6] Responses and Collects for Easter Matins
V. The Lord be with you.
Almighty God, which through thine only begotten son Jesus Christ hast
overcome death, and opened unto us the gate of everlasting life: we humbly
beseech thee, that as by thy special grace, preventing us, thou dost put
in our minds good desires; so by thy continual help, we may bring the same
to good effect, through Jesus Christ our Lord: O God, which art the author of peace, and lover of concord, in knowledge of whom standeth our eternal life, whose service is perfect freedom: defend us, thy humble servants, in all assaults of our enemies, that we, surely trusting in thy defence, may not fear the power of any adversaries: through the might of Jesus Christ our Lord. Amen.
O Lord, our heavenly Father, almighty and ever living God, which hast
safely brought us to the beginning of this day: defend us in the same with
thy mighty power; and grant that this day we fall into no sin, neither run
into any kind of danger, but that all our doings may be ordered by thy
governance, to do always that is righteous in thy sight:
V. Der Herr sei mit euch.
Allmächtiger Gott, der du durch deine eingeborenen O Gott, der du der Stifter des Friedens bist und die Eintracht liebst, du, auf dessen Erkenntnis unser ewiges Leben beruht, und dessen Dienst vollkommene Freiheit ist: verteidige uns, deine demütigen Diener, bei allen Angriffen unserer Feinde; damit wir, die wir fest in deinen Schutz vertrauen, die Gewalt keines Wider-sachers fürchten mögen, durch die Macht Jesu Christi, unseres Herrn. Amen. O Herr, unser himmlischer Vater, allmächtiger, ewiger Gott, der du uns den Anfang dieses Tagez hast glücklich erleben lassen; beschütze uns auch während des Tages mit deiner mächtigen Kraft und bewirke, dass wir heute in keine Sünde fallen, noch in irgend eine Gefahr geraten; sondern dass unser ganzes Verhalten unter deiner Leitung stehe, und wir nur das tun mögen, was vor deinem heiligen Angesicht recht ist, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. [7] Commandments
1. God spake these words, and said; I am the Lord thy God: thou shalt
have none other gods but me.
4. Remember that thou keep holy the sabbath day. Six days shalt thou
labour and do all that thou hast to do, but the seventh day is the sabbath
of the Lord thy God. In it thou shalt do no manner of work, thou and thy
son and thy daughter, thy man servant, and thy maid-servant, thy cattle,
and the stranger that is within thy gates: for in six days the Lord made
heaven and earth, the sea, and all that in them is, and rested the seventh
day. Wherefore the Lord blessed the seventh day, and hallowed it.
5. Honour thy father and thy mother, that thy days may be long in the
land which the Lord thy God giveth thee.
6. Thou shalt do no murder.
7. Thou shalt not commit adultery.
8. Thou shalt not steal.
9. Thou shalt not bear false witness against thy neighbour.
10. Thou shalt not covet thy neighbour’s house. Thou shalt not covet
thy neighbour’s wife, nor his servant, nor his maid, nor his ox, nor his
ass, nor any thing that is his.
1. Gott redete alle diese Worte und sagte: Ich bin der Herr, dein Gott: du
sollst keine anderen Götter haben neben mir.
2. Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder von
dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem,
was im Wasser unter der Erden ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!
Denn ich der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der
Väter heim-sucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die
mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich
lieben und meine Gebote halten. 3. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. R. Herr, erbarme dich unser und neige unser Herz zu dir, dass wir dieses Gebot einhalten.
4. Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du
arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat
des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein
Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht ein
Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr
Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und
ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte
ihn.
5. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf das du lange lebest
in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, gegeben hat.
6. Du sollst nicht töten.
7. Du sollst nicht ehebrechen.
8. Du sollst nicht stehlen.
9. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht
begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was
dein Nächster hat. [8] Credo
I believe in one God the Father almighty, maker of heaven and earth,
and of all things visible and invisible:
who for us men and for our salvation came down from heaven, and was
incarnate by the Holy Ghost of the Virgin Mary, and was made man: and was
crucified also for us under Pontius Pilate. He suffered and was buried:
And I believe one holy Catholic and Apostolic church; I acknowledge one baptism for the remission of sins: and I look for the resurrection of the dead, and the life of the world to come. Amen. Ich glaube an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem
Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott
vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen. [9] Offertory sentence Not every one that saith unto me Lord, Lord, shall enter into the kingdom of heaven, but he that doeth the will of my Father which is in heaven. Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. [10] Sanctus Holy, holy, holy, Lord God of hosts, heaven and earth are full of thy glory: glory be to thee, O Lord most high. Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. [11] Gloria
Glory be to God on high, and on earth peace, goodwill towards men. We
praise thee, we bless thee, we worship thee, we glorify thee, we give
thanks to thee for thy great glory, O Lord God, heavenly King, God the
Father almighty. Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Frieden den Menschen mit gutem Willen. Wir loben dich, wir segnen dich, wir beten dich an, wir lobpreisen dich, wir danken dir für deine große Herrlichkeit, O Gott der Herr, himmlischer König, allmächtiger Gott Vater. Herr, eingeborener Sohn Jesu Christ, O Gott der Herr, Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der du trägst die Sünden der Welt, erbarme ich unser. Du, der du trägst die Sünden der Welt, höre unser Gebet. Du, der du zur rechten Hand von Gott dem Vater sitzt, erbarme dich unser. Denn nur du bist heilig, nur du bist der Herr, nur du, O Christe, mit dem Heiligen Geist, stehst in der höchsten Ehre Gott des Vaters. Amen. [13] Wherewithal shall a young man
Wherewithal shall a young man cleanse his way? Even by ruling himself
after thy word.
Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält
an deine Worte. [14] O do well unto thy servant
O do well unto thy servant; that I may live, and keep thy word.
Tu wohl deinem Knecht, dass ich lebe und dein Wort halte. [15] My soul cleaveth to the dust
My soul cleaveth to the dust; O quicken thou me according to thy word.
Meine Seele liegt im Staube; erquicke mich nach deinem Wort. [16] Magnificat
My soul doth magnify the Lord; and my spirit hath rejoiced in God my
Saviour.
Meine Seele erhebt den Herrn: und mein Geist freut sich Gottes, meines
Heilandes. [17] Nunc dimittis
Lord, now lettest thou thy servant depart in peace: according to thy
word.
Herr, nun lässest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; [18] Responses and collects for Christmas Eve evensong
O Lord, raise up (we pray thee) thy power, and come among us, and with
great might succour us; O God, from whom all holy desires, all good counsels, and all just works do proceed; give unto thy servants that peace, which the world cannot give; that both our hearts may be set to obey thy commandments, and also that by thee we being defended from the fear of our enemies, may pass our time in rest and quietness: through the merits of Jesus Christ our Saviour. Amen. Lighten our darkness, we beseech thee, O Lord, and by thy great mercy, defend us from all perils and dangers of this night, for the love of thy only Son, our Saviour, Jesus Christ. Amen.
Die Responsieren wie Nr.6 [19] O Lord, give thy Holy Spirit O Lord, give thy Holy Spirit into our hearts, and lighten our understanding, that we may dwell in the fear of thy name all the days of our life, that we may know thee the only true God, Jesus Christ whom thou hast sent. O Herr, erfülle unsere Herzen mit dem Heiligen Geist und schenke uns deine Erleuchtung, dass wir alle unsere Tage in Ehrfurcht vor deinem Namen leben, dass wir dich als den einzigen wahren Gott erkennen, Jesus Christus, den du gesandt hast [20] Purge me, O Lord
Purge me, O Lord, from all my sin,
Reinige mich, o Herr, von all meinen Sünden und errette mich durch den
Glauben von allem Übel, dass ich mit dir auf deinem heiligen gesegneten
Hügel wohnen darf. Und schenke mir dann, [21] Verily, verily I say unto you
Verily, verily, I say unto you: except ye eat the flesh of the Son of
man, and drink his blood ye have no life in you.
Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des
Menschensohnes und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. [22] Remember not, O Lord God
Remember not, O Lord God, our old iniquities,
We be thy people, and the sheep of thy pasture.
Gedenke nicht, o Herr, unserer vorigen Missetaten;
Wir sind dein Volk und Schafe deiner Weide, [23] O Lord, in thee is all my trust
O Lord, in thee is all my trust.
No, no, not so! Thy will is bent
Haste now, O Lord, haste now, I say,
Auf dich allein bau ich, o Herr. [24] Out from the deep
Out from the deep I call to thee, O Lord hear my invocation.
Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre auf meine Stimme, Tunes for Archbishop Parker’s Psalter: [25] Man blest no doubt
Man blest no doubt who walk’th not out in wicked men’s affairs,
Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen [26] Let God arise in majesty
Let God arise in majesty and scatter’d be his foes.
Gott steht auf; so werden seine Feinde zerstreut, [27] Why fum’th in fight
Why fum’th in fight the gentiles spite, in fury raging stout?
Warum toben die Heiden und murren die Völker so vergeblich? [28] O come in one to praise the Lord
O come in one to praise the Lord and him recount our stay and health.
Kommt herzu, lasst uns dem Herrn frohlocken [29] E’en like the hunted hind
E’en like the hunted hind the waterbrooks desire, e’en thus my soul,
that fainting is, to thee would fain aspire.
Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott,
zu dir. [30] Expend, O Lord, my plaint
Expend, O Lord, my plaint of word in grief that I
Herr, höre meine Worte, merke auf mein Reden! [31] Why brag’st in malice high
Why brag’st in malice high, O thou in mischief stout?
Deine Zunge trachtet nach Schaden wie ein scharfes Schermesser, du
Betrüger! [32] God grant with grace
God grant with grace, he us embrace,
Gott sei uns gnädig [33] Ordinal
Come Holy Ghost, eternal God, Komm Heiliger Geist,
ewiger Gott, |
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