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Thomas Tallis: The Complete Works
Volume 4 - Music for the Divine Office - 1

Chapelle du Roi
directed by Alistair Dixon


   

       

   



Kommentar

Auf dieser CD lernen wir Tallis als Komponisten von choraler Musik für das Offizium Divinum kennen, der Zyklus der acht Gebetsliturgien Matutin, Laudes, Prim, Terz, Sext, None, Vesper und Komplet, die kollektiv als die 'Stunden' oder 'Horen' bekannt sind und täglich von Klostergemeinden der katholischen Christenheit gesungen wurden.

Die Anfänge seiner Laufbahn deuten kaum darauf hin, daß Tallis einst ganz an der Spitze seiner Kunst stehen würde. Und dennoch liegen kaum mehr als zehn Jahre zwischen seiner ersten (uns bekannten) musikalischen Anstellung, die ausgesprochen bescheiden war, und seiner letzten, die kaum ehrenreicher hätte sein können. Im Jahr 1532 war er Organist eines kleinen benediktinischen Klosters in Dover-ein äußerst niedriger Posten. Fünf Jahre später zog Tallis nach London, wo er entweder als Sänger oder Organist an der Gemeindekirche St Mary-at-Hill, bekannt für ihre Musik, angestellt war. 1538 verließ er London und trat die vermeintlich sichere Stellung als permanentes Mitglied des Chors der Marienkapelle der augustinischen Abtei Holy Cross in Waltham, Essex, an. Durch die Auflösung dieser Abtei im März 1540 verlor er jedoch schon bald wieder seine Arbeit.

Im Frühjahr 1540 können die Aussichten eines entlassenen Kirchenmusikers kaum vielversprechend gewesen sein, aber Tallis erhielt zu diesem Zeitpunkt das wahrscheinlich bedeutendste Angebot seiner Laufbahn. Nur 14 Tage nach der Auflösung der Abtei in Waltham verlor Canterbury Cathedral ihren Status als benediktinisches Kloster und wurde unter einem säkularen Dekan und Domkapitel neu organisiert. Außerdem erhielt sie einen größeren Chor von zehn Knaben und zwölf Männern, der dem Status der Kathedrale als fons et origo einer nationalen Kirche Ehre machen würde. Tallis trat diesem neuen Chor im Sommer 1540 bei und blieb zwei oder drei Jahre lang eines seiner führenden Mitglieder. Diese Jahre müssen recht abwechslungsreich gewesen sein-nicht nur aufgrund der Herausforderung, in Eile ein eindrucksvolles und umfassendes Repertoire zusammenzustellen, sondern auch wegen der bitteren Dispute zwischen den konservativen Würdenträgern der Kathedrale und dem reformistisch gesinnten Erzbischof Thomas Cranmer.

Vielleicht war es durch Vermittlung Cranmers, dem vertrautesten Berater von Henry VIII. in seinen letzten Regierungsjahren, daß Tallis eine Anstellung in der königlichen Hauskapelle gewinnen konnte. Das genaue Datum seiner Ernennung ist nicht bekannt, aber sein Name erscheint ungefähr in der Mitte der Liste der Gentlemen (d.h. Sänger) der Kapelle im Laien-Lohnverzeichnis von 1543/4. Er blieb für den Rest seines Lebens ein Gentleman der Kapelle, stieg weiter auf und wurde letztendlich ihr anerkannter Rangältester. Er war während dieser Zeit möglicherweise Organist der Kapelle, obwohl er erst in den 1570ern als solcher erwähnt wird. Neben dem Orgelspiel bestand seine Aufgabe zu Beginn seiner Jahre an der königlichen Hauskapelle wahrscheinlich im Komponieren von Musik. Dies muß eine bedeutende Verantwortung gewesen sein, da die Kapelle zweifellos demonstrieren sollte, wie die Anweisungen der Regierung in Bezug auf Gottesdienste in die Praxis umzusetzen waren. Wenn sich Tallis und seine Kollegen in den 1540ern mit dem Komponieren mehrstimmiger Musik für das Offizium Divinum befaßten, so geschah dies sicher im Zuge einer offiziellen Politik, reformistischer Kritik an der Kirchenmusik durch deren reibungslosere Integration in die Liturgie entgegenzuwirken.

Das Offizium Divinum entstand in den frühen Jahren des Mönchstums, um dem gemeinsamen Psalmengesang, dem Verlesen der Bibel und Gebeten eine Struktur zu verleihen. Wie die Messe wurden auch die Andachten des Offiziums im Laufe ihrer Entwicklung immer komplexer: die gesungenen Psalmen wurden von einstimmigen Antiphonen eingerahmt, den Lesungen folgten einstimmige Responsorien; jeder Gottesdienst schloß ein einstimmiges Kirchenlied mit ein und die wichtigeren Gottesdienste außerdem einen Lobgesang aus dem Alten oder Neuen Testament. Trotz dieser Entwicklungen erreichten die Gottesdienste des Offiziums niemals die vielschichtige Zeremonie der Messe-die Matutin und Vesper und bis zu einem gewissen Grad auch die Laudes kamen dieser noch am nächsten. Obwohl das Offizium Divinum in erster Linie ein monastischer Gottesdienst war (es erreichte die Spitze seiner Entwicklung unter den Kluniazensern und Benediktinern), wurde es auch von der mittelalterlichen säkularen Kirche an all denjenigen Orten-wie Kathedralen und andere Stiftskirchen-gefeiert, die über einen seßhaften Klerus verfügten. Im Laufe des späteren Mittelalters drang es noch tiefer in die säkulare Welt ein. In den Hauskapellen des Adels wurde eine Kurzform des Offiziums mit weniger Gottesdiensten gesungen. So feierten z.B. die königlichen Hauskapellen des Lancaster- und Tudor-Geschlechts die Matutin, Laudes, Prim, Vesper und Komplet, ließen jedoch die anderen Horen anscheinend aus. Ferner wurden bestimmte Gottesdienste aus dem Offizium Divinum in das Stundenbuch aufgenommen, das die Grundlage für die persönliche Andacht des Laien bildete.

Soweit wir den überlieferten musikalischen Quellen trauen können, verfaßten die Komponisten aus der frühen Tudor-Zeit nur wenig mehrstimmige Musik für das Offizium Divinum. Statt dessen konzentrierten sie sich auf Musik für die Messe (in Form der zyklischen Messe) und auf die Andacht nach der Komplet (in Form der Votivantiphon). Die Messe war der Gottesdienst mit der tiefsten spirituellen Bedeutung, dem höchsten öffentlichen Profil und dem umfangreichsten musikalischen Inhalt; die Andacht nach der Komplet war eine paraliturgische Anrufung der Mutter Gottes, des Herrn oder beliebter Heiliger, deren Fürbitte Schirmherren sowohl für karitative als auch persönliche Zwecke durch die Investition großer Summen sichern wollten. Tallis' eigener Beitrag zu diesen beiden Genres-z.B. die Votivantiphon Salve intemerata und die darauf gegründete zyklische Messe-wurde bereits auf früheren CDs dieser Reihe vorgestellt. Der einzige Teil des Offiziums, dem englische Komponisten traditionsgemäß viel Beachtung geschenkt hatten, war das Magnifikat, der neutestamentliche Lobgesang der Vesper, dessen früheste mehrstimmige Vertonungen aus dem späteren 14. Jahrhundert stammen. Dies hängt u.U. davon ab, daß die Vesper unter allen Andachten des Offiziums am feierlichsten ausgeschmückt war und am stärksten vom Laienstand niedriger und hoher Herkunft besucht wurde. Dennoch stellt die Anzahl der überlieferten Magnifikat-Vertonungen nur einen sehr kleinen Anteil-schätzungsweise weniger als ein Zehntel-des gesamten Korpus an Kirchenmusik aus der frühen Tudor-Zeit dar. Ansonsten gibt es kaum Spuren mehrstimmiger Vertonungen für das Offizium.

Von Tallis' Vertonungen des Magnifikats sind nur zwei überliefert-die eine für fünf Stimmen befindet sich auf der zweiten CD dieser Reihe und die vierstimmige Vertonung auf dieser CD. Es sprechen mehrere Gründe dafür, daß es sich bei dem vierstimmigen Magnifikat wahrscheinlich um ein sehr frühes Werk handelt. Erstens weisen seine Unbeholfenheit (vor allem die eckigen Gesangstimmen, willkürlichen Dissonanzen und gedrängten Texturen) auf Unerfahrenheit hin. Zweitens hält es fast durchgehend das Standardschema für die Vertonung des Magnifikats ein, das die englischen Komponisten seit Mitte des 15. Jahrhunderts befolgt hatten, von dem sie sich jedoch in den 1530ern allmählich abwandten. Es wurden nur die sechs geradzahlige Verse vertont, die ersten beiden in ungeradem Takt, die nächsten beiden in geradem Takt und die letzten beiden wiederum in ungeradem. Der erste, dritte und fünfte Vers werden von allen Stimmen gesungen, während der zweite Vers und die ersten beiden Hälften des vierten und fünften Verses für weniger Stimmen verfaßt sind. Die Vertonung basiert auf einer recht ungewöhnlichen Form des Cantus firmus, 'Faburden' genannt, bei dem es sich nicht um einen Cantus planus handelt, sondern um eine Melodie, die ursprünglich im Zuge der Improvisation der Polyphonie als ein Kontrapunkt zu einem Cantus planus verwendet wurde. Aus irgendeinem Grund wurden allmählich die 'Faburden' zu den Tönen des Magnifikats (die Formeln des Cantus planus, zu denen das Magnifikat gewöhnlich gesungen wurde) anstatt die Töne selbst als die Cantus firmi vertonter Magnifikats verwendet. Tallis' Cantus firmus ist das 'Faburden' zum ersten Ton des Magnifikats; seine Anfangsnoten, die stufenweise eine kleine Terz nach unten schreiten, sind zu Beginn jedes mehrstimmigen Verses klar vernehmlich, die anderen Verse werden zum Grundton selbst gesungen.

Gegen Ende der Regierungszeit von Henry VIII. begannen Komponisten mit choralen Vertonungen der Responsorien und Hymnen des Offiziums. Genaue Datierungen sind sehr schwierig, doch die ältesten Komponisten in Verbindung mit dieser Entwicklung waren scheinbar John Taverner (gest. 1545), dessen Anstellung als Musiker (doch nicht unbedingt sein Schaffen als Komponist) offensichtlich in den späteren 1530ern ein Ende fand, und John Redford, der 1547 verstarb. Diese neue Stilrichtung wurde hauptsächlich von zwei jüngeren Komponisten weiterentwickelt-Thomas Tallis, von dem Vertonungen von sieben Hymnen und neun Responsorien überliefert sind, und John Sheppard mit ungefähr siebzehn Hymnen und zwanzig Responsorien. Die treibende Kraft hinter diesen Neuerungen, die entweder von den Komponisten selbst oder-was weitaus wahrscheinlicher ist-deren Arbeitgebern ausgingen, war mit Sicherheit religiöser Natur und beruhte auf der derzeitigen feindlichen Einstellung einiger Kreise der anglikanischen Kirche gegenüber der Votivantiphon (die die Existenz des Fegefeuers, die Wirksamkeit von Ablässen und der Fürbitte befürwortet). Die Texte der meisten Responsorien stammen aus dem Psalter oder den Evangelien und waren daher bibelfest, und es scheint, daß viele der Hymnen des Offiziums aufgrund ihres Alters und ihrer unwiderlegbaren Orthodoxie als fast ebenso unantastbar wie die Bibel angesehen wurden.

Wahrscheinlich hat Tallis seine Hymnen und die meisten seiner Responsorien nach seinem Beitritt der königlichen Hauskapelle verfaßt. Angesichts des religiösen Klimas am Hofe während der letzten Regierungsjahre von Henry VIII., in denen der alternde König trotz seines eigenen religiösen Konservatismus den Reformatoren mehr Freiraum als ein paar Jahre zuvor gestattete, scheint es richtig, die Einführung dieser Genren als einen Kompromißversuch zu interpretieren: dadurch konnten komplizierte mehrstimmige Kompositionen weiterhin in die lateinische römisch-katholische Liturgie aufgenommen und gleichzeitig die Art von Kritik abgeschwächt werden, der die Votivantiphon ausgesetzt war. Nach dem protestantischen Zwischenspiel unter Edward VI. wurde die Komposition von Hymnen und Responsorien zur Regierungszeit unter Mary wieder aufgenommen-wenn auch in abgeschwächter Form. Es gibt einige Beispiele von Komponisten wie Robert Whyte und William Mundy, die zu spät geboren wurden, um unter der Regierung ihres Vaters aktiv gewesen zu sein. Obwohl die Einordnung von Tallis' Werken dieser Form in Henrys oder Marys Regierungszeit nur eine Mutmaßung sein kann, ist es nicht undenkbar, daß die meisten von ihnen in die später Regierungszeit von Henry fallen. Die klein angelegten Solo-Responsorien Hodie nobis caelorum, In pace in idipsum und Audivi vocem* könnten jedoch aus einer früheren Zeit in Tallis' Karriere stammen. Es handelt sich dabei um drei der sehr wenigen Responsorien, die frühere Tudor-Komponisten gelegentlich für mehrere Stimmen vertont hatten-wahrscheinlich, weil sie alle in gewisser Weise liturgisch oder rituell ungewöhnlich waren. Tallis' Ansatz und Stil in diesen Werken weisen darauf hin, daß er eher eine Tradition fortsetzte als Erneuerungen einführte.

Aus liturgischer Sicht bilden Tallis' Hymnen und Responsorien eine recht kohärente Gruppe. Vier Hymnen (Salvator mundi, Jesu salvator saeculi und die Vertonungen von Te lucis ante terminum* für Fest- und Wochentage) und ein Responsorium (In pace in idipsum) sind für die Komplet gedacht. Gemeinsam sorgen sie dafür, daß die Komplet für die meiste Zeit des Jahres mehrstimmig war, und sie dienten möglicherweise als Ersatz für die mehrstimmige Votivantiphon, die aufgrund der gestrichenen Andacht nach der Komplet verschwand. Zwei weitere Hymnen (Quod chorus vatum und Jam Christus astra ascenderat) sowie drei Responsorien (Videte miraculum, Loquebantur variis linguis und Homo quidam fecit*) wurden für die ersten Vespern, den Anfangsgottesdienst an bedeutenden Festtagen (Purifikation, Pfingsten und Corpus Christi) verfaßt. Die übrigen vier Responsorien (Hodie nobis caelorum, Dum transisset sabbatum, Honor virtus et potestas* und Audivi vocem*) wurden jeweils für die Matutin der bedeutenden Festtage Weihnachten, Ostern, Dreifaltigkeit und Allerheiligen komponiert. Es ist interessant zu wissen, daß bei allen der genannten Feiertag-Weihnachten, Purifikation, Ostern, Corpus Christi, Pfingsten, Dreifaltigkeit und Allerheiligen-die Tudor-Monarchen traditionsgemäß eine wichtige Rolle in den Gottesdiensten des königlichen Haushalts spielten. Über die letzte Hymne (Sermone blando, für die Laudes vom Weißen Sonntag bis zur Himmelfahrt) und das letzte Responsorium (Candidi facti sunt*, für einen oder mehrere Apostel, oder einen Evangelisten in der Osterzeit) läßt sich weniger leicht Rechenschaft ablegen. Das Sermone blando wurde auch von Ludford als Cantus firmus einer nicht überlieferten Messe verwendet; möglicherweise hatte der Cantus eine Bedeutung, die wir heute nicht mehr nachvollziehen können. Die einzigen Feste zu Ehren der Apostel oder Evangelisten, die in die Osterzeit fallen können, sind Sankt Markus (25. April) sowie Sankt Philipp und Sankt Jakob (1. Mai). Das Candidi facti wurde also möglicherweise für ein Jahr verfaßt, in dem eines dieser relativ unbedeutenden Feste mit einem wichtigen Anlaß am Hof zusammenfiel.

Tallis' Ansatz beim Komponieren von Hymnen und Responsorien ist zwar methodisch, aber dennoch einfallsreich. Die Hymnen sind in Grunde Bearbeitungen der ursprünglichen Cantus planus-Melodien. Wenn die Hymnen völlig im Cantus planus gesungen wurden, übernahmen die beiden Seiten des Chores abwechselnd jeweils einen Vers mit der gleichen Melodie. Tallis behält diese Wechselgesangsstruktur bei, indem er nur die geradzahligen Verse und gewöhnlich auch die Doxologie mehrstimmig vertont, während die übrigen Verse zum ursprünglichen Cantus gesungen werden. Quod chorus vatum hat daher zwei mehrstimmige Verse, Salvator mundi, Jesu salvator saeculi und Jam Christus astra ascenderat haben drei und Sermone blando vier. In Quod chorus und Salvator mundi ist die Musik für jeden mehrstimmigen Vers unterschiedlich; Jesu salvator und Jam Christus wiederholen die Musik des ersten Verses im zweiten Vers (mit einigen kleinen Änderungen im Fall von Jam Christus), während die Musik im dritten Vers neu ist; und im Sermone blando wird die Musik für den ersten Vers im zweiten und die Musik für den dritten Vers im vierten wiederholt, wobei zwei der inneren Stimmen jedes Mal die Partien wechseln. Tallis verwendet für den ersten oder die beiden ersten mehrstimmigen Verse immer ein zusammengesetztes gerades Taktmaß und für die übrigen ein einfaches gerades Taktmaß. Die Wahl des ersteren (d.h. Sechsachteltakt) ist überraschend, denn obwohl dieses Taktmaß in der englischen Musik des frühen 15. Jahrhunderts sehr beliebt war, kam es später aus der Mode und war in den letzten hundert Jahren nicht mehr benutzt worden. Tallis hat es u.U. deshalb gewählt, um die Wirkung einer mündlichen Tradition des metrischen Cantus planus-Gesangs zu reproduzieren.

Die Kunstfertigkeit und der Einfallsreichtum dieser Vertonungen der Hymnen sollten nicht unterschätzt werden. Sie sind alle für fünf Stimmen geschrieben, wobei die oberste Stimme den Cantus planus übernimmt, doch die Vielfältigkeit, die Tallis trotz eines scheinbar mechanischen Ansatzes erreicht, ist erstaunlich. Die einfachste Vertonung ist die des Quod chorus vatum, in dem die Cantus planus-Melodie praktisch ohne Ausschmückung über einer locker imitierenden Textur von vier Stimmen gesungen wird. In Sermone blando singt wiederum die höchste Stimme die Originalmelodie, diesmal völlig ohne Ausschmückung, doch im Verlauf der Hymne spielen immer mehr der tieferen Stimmen auf die Melodie an: Im ersten mehrstimmigen Vers wird die Anfangszeile ('Illae dum pergunt concitae') vom ersten hohen Tenor vorweggenommen, die zweite Zeile ('Apostolis hoc dicere') vom Tenor und ersten hohen Tenor, die dritte ('Videntes eum vivere') von beiden hohen Tenören und dem Tenor und die vierte ('Osculantur pedes domini') von allen vier niedrigeren Stimmen. In anderen hier aufgenommenen Vertonungen schafft Tallis durch verschiedenste Mittel einen kumulativen Effekt. In Jesu salvator saeculi beginnen alle Stimmen im gleichen Rhythmus, doch danach werden die tieferen Stimmen rhythmisch immer unabhängiger, die Stimmnotierung entwickelt sich von einem einfachen Blockkontrast zu stetigen, subtilen Änderungen in der Klangfarbe, und die Vertonung endet mit einem ausgedehnten und wunderbar ausgewogenen 'Amen'. Jam Christus astra ascenderat ist ein weiteres Beispiel für Tallis' unauffällige Kunstfertigkeit: In den ersten beiden Versen baut Tallis den Cantus planus im Kanon in die Diskant- und hohen Tenorstimmen ein, während im dritten Vers der Cantus über einer unabhängigen nachahmenden Textur schwebt, die im Verlauf ihrer Entwicklung immer dichter wird. Salvator mundi ist wahrscheinlich die einfallsreichste und großartigste aller Vertonungen: die höchste Stimme schmückt den Cantus planus im Laufe der Verse immer weiter aus, und in jedem Vers weben die unteren Stimmen eine nachahmende Begleitung, die auf einer schier unerschöpflichen Fülle von neuen Einfällen aufbaut.

Tallis' Responsorien reflektieren wie seine Hymnen insofern ihre Cantus planus-Ursprünge, als sie zwischen Cantus planus und mehrstimmigem Gesang abwechseln und die mehrstimmigen Teile gewöhnlich den Cantus planus, den sie ersetzen, zitieren. Ein Cantus planus-Responsorium ist ein langer, einer Lesung folgender Teil, der Zeit zur besinnlichen Kontemplation der erbaulichen Worte einräumen soll. Er besteht normalerweise aus dem Responsorium selbst, das von Solisten begonnen und vom Chor fortgeführt wird, einem Vers, der entweder von den Anfangsstimmen oder einer anderen Solistengruppe vorgetragen wird, und dem Gloria patri, das von den Sängern des Verses gesungen wird; der Chor wiederholt die letzten beiden Teile des Responsoriums nach dem Vers und dann den letzten Teil noch einmal nach dem Gloria patri. Tallis und seine Zeitgenossen verwendeten zwei kontrastierende Methoden beim Vertonen der Responsorien: entweder vertonten sie die Soloteile mehrstimmig und ließen die Chorteile im Cantus planus oder sie vertonten die Chorteile mehrstimmig und ließen die Solostimmen im Cantus planus. Die erste Methode führt zum sogenannten Soloresponsorium, die zweite zum Chorresponsorium. Das Soloresponsorium war die traditionelle Form, die sich mindestens bis zu Léonins Kompositionen für Notre Dame de Paris, Mitte des 12. Jahrhunderts, zurückverfolgen läßt. Das Chorresponsorium ist u.U. eine Erfindung von Taverner, da es zum ersten Mal in seinen Vertonungen von Dum transisset sabbatum erscheint. Von Tallis' Responsorien sind Hodie nobis, In pace in idipsum und Audivi vocem* Soloresponsorien und Videte miraculum, Dum transisset sabbatum, Loquebantur variis linguis, Homo quidam fecit*, Candidi facti sunt* und Honor virtus et potestas* Chorresponsorien. Die zwei Gruppen unterscheiden sich auch in anderer Hinsicht: die Soloresponsorien sind für vier Stimmen verfaßt, relativ klein angelegt und enthalten innerhalb ihrer gesamten mehrstimmigen Struktur Anspielungen auf den Cantus, während die monumental angelegten Chorresponsorien für fünf, sechs oder sieben Stimmen geschrieben sind und den Cantus planus in die Polyphonie als monorhythmischen Cantus firmus einbauen, der fortlaufend von einer Einzelstimme zitiert wird.

Tallis' Responsorien ähneln seinen Hymnen auch insofern, als sie eine erstaunliche Phantasie in der detaillierten Umsetzung eines grundsätzlichen Standardansatzes zeigen. Von den hier aufgezeichneten beiden Soloresponsorien ist das Hodie nobis caelorum sehr bescheiden in seinen Ausmaßen und spielt nur ganz flüchtig auf den Cantus an. Dagegen basiert die durch und durch nachahmende Diskussion des ausgedehnteren In pace in idipsum auf einer Reihe von melodischen Ideen, die vom Cantus abgeleitet sind. Es ist interessant festzustellen, daß Tallis keine Vorkehrungen für die traditionelle Singweise des Verses 'Gloria in excelsis' des Hodie nobis caelorum trifft; in der Sarum-Rite wird dieser von fünf weißgekleideten Knaben mit brennenden Fackeln hoch über dem Altar gesungen, doch Tallis scheint ihn für vier Männerstimmen vertont zu haben. In den Chorresponsorien ist das Rückgrat der mehrstimmigen Struktur der Cantus planus, der ohne Verzierung in gleichen Notenwerten, die etwas größer als die der anderen Stimmen sind, vorgetragen wird; im fünfstimmigen Dum transisset sabbatum bildet er den oberen Teil der Textur und im sechsstimmigen Videte miraculum sowie im siebenstimmigen Loquebantur variis linguis den mittleren Teil. Die anderen Stimmen innerhalb der Struktur spinnen ihr eigenes kontrapunktierendes Gewebe, indem sie sich manchmal (z.B. in den ersten Takten von Dum transisset und Loquebantur, sowie bei 'miraculum', 'matris' und 'quae se nescit' in Videte) auf die Cantus-Melodie beziehen, um sich dann wiederum mit ihrem eigenen unabhängigen Material auseinanderzusetzen. Während das Loquebantur aufgrund seiner siebenstimmigen Struktur (was sicherlich die sieben Geschenke des Heiligen Geistes zu Pfingsten symbolisiert) und seines virilen melodischen Materials sofort beeindruckt, enthüllt das hypnotische Videte seine Geheimnisse etwas zögernder. Das gigantisch angelegte Videte zeugt von einem beachtenswerten Einfallsreichtum und meisterhaften Sinn für zeitliche Abstimmung: durch fortlaufende geschickte Anpassung von Tempo, melodischer Kontur, stimmlicher Farbgebung und Stärke der Dissonanz führt uns Tallis in die gleiche Welt zeitloser Wahrheit, von der wir im Spem in alium einen flüchtigen Eindruck erhalten.

* Diese Werke befinden sich auf der 5. CD dieser Serie.

Nick Sandon, 19. August 1998

Gesangstextes

[1] Hodie nobis caelorum

R. Hodie nobis caelorum Rex de virgine nasci dignatus est, ut hominem perditum ad regna caelestia revocaret; gaudet exercitus angelorum, quia salus eterna humano generi apparuit.
V. Gloria in excelsis Deo, et in terra pax hominibus bonae voluntatis.
R. Quia salus eterna humano generi apparuit.

R. Heute hat sich der Himmelskönig herabgelassen, uns von einer Jungfrau geboren zu werden, so daß er die Verlorenen zurück ins Himmelreich rufen kann; die englischen Heerscharen jauchzen, denn der ewige Retter ist der Menschheit erschienen.
V. Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Frieden, den Menschen ein Wohlgefallen.
R. Denn der ewige Retter ist der Menschheit erschienen.

[2] Salvator mundi

Salvator mundi domine
qui nos salvasti hodie
in hac nocte nos protege
et salva omni tempore.

Adesto nunc propitius
et parce supplicantibus
tu dele nostra crimina
tu tenebras illumina.

Ne mentem somnus opprimat
nec hostis nos surripiat
nec ullis caro petimus
commaculetur sordibus.

Te reformator sensuum
votis precamur cordium
ut puri castis mentibus
surgamus a cubilibus.

Deo Patri sit gloria
eiusque soli Filio
cum Spiritu Paraclyto
et nunc et in perpetuum. Amen.

O Herr, Retter der Welt,
der Du uns diesen Tag errettet hast,
schütze uns in dieser Nacht
und rette uns immerdar.

Stehe uns nun bei, in Deiner Güte
und verschone Deine Bittsteller:
Tilge unsere Sünden
und erleuchte die Schatten.

Laß den Schlaf unsern Geist nicht ermatten,
noch den Feind uns entführen:
Wir bitten dich, verschone uns davor, daß unser
Leib von Übeln befleckt wird.

Du, der Du die Sinne verwandelst,
wir flehen Dich an mit den Gebeten der Herzen,
daß wir von unseren Betten aufstehen mögen,
reinen und keuschen Geistes.

Ehre sei Gott dem Vater
und seinem eingeborenen Sohn
und dem Heiligen Geist, dem Tröster,
jetzt und immerdar. Amen.

[3] Quod chorus vatum

Quod chorus vatum venerandus olim
spiritu sancto cecinit repletus
in dei factum genitrice constat
esse Maria.

Haec deum celi dominumque terrae
virgo concepit peperitque virgo
atque post partum meruit manere
inviolata.

Quem senex justus Symeon in ulnis
in domo sumpsit domini gavisus
ob quod optatum proprio videret
lumine Christum.

Tu libens votis petimus precantes
regis aeterni genetrix faveto
clara quae celsi retinens olympi
regni petisti.

Sit deo nostro decus et potestas
sit salus perpes sit honor perennis
qui poli summa celi residens in arce
trinus et unus. Amen.

Was die ehrwürdigen Scharen der Propheten besangen, erfüllt vom Heiligen Geist, war die Jungfrau Maria, die Mutter Gottes.

Als Jungfrau empfing sie und als Jungfrau gebar sie Gott im Himmel und den Herrn auf Erden und blieb nach der Geburt gemäß ihrer Natur unbefleckt.

Den Simeon, ein gerechter alter Mann, in den Armen hielt im Hause des Herrn, voller Freude, denn er sah mit eigenen Augen den erwählten Christus.

ir bitten Dich, Mutter des ewigen Königs, die Du bereit bist, unsere Gebete zu erhören, nimm Dich unserer an, Du, die Du aufgestiegen bist zu dem strahlenden Königreich des ewigen Olymps.

Seine Tugend und seine Macht und ewige Ehre sei unserem Gott geschenkt, der in der hohen Zitadelle des Himmels sitzt in Dreieinigkeit. Amen.

[4] Videte miraculum

R. Videte miraculum matris Domini: Concepit virgo virilis ignara consortii, stans onerata nobili onere Maria; et matrem se laetam cognoscit, quae se nescit uxorem.
V. Haec speciosum forma prae filiis hominum castis concepit visceribus, et benedicta in aeternum Deum nobis protulit et hominem.
R. Stans onerata nobili onere Maria; et matrem se laetam cognoscit, quae se nescit uxorem.
V. Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto.
R. Et matrem se laetam cognosci, quae se nescit uxorem.

R. Seht das Wunder der Mutter des Herrn; eine Jungfrau, die empfangen hat, ohne einen Mann zu erkennen, Maria, die da steht, beladen mit ihrer edlen Last; nicht wissend, daß sie ein Eheweib ist, freut sie sich, Mutter zu sein.
V. Ihr reiner Leib hat den empfangen, der schöner als alle Menschensöhne ist und, gesegnet in alle Ewigkeit, hat sie für uns Gott und Mensch hervorgebracht.
R. Maria, die da steht, beladen mit ihrer edlen Last; nicht wissend, daß sie ein Eheweib ist, freut sie sich, Mutter zu sein.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
R. Nicht wissend, daß sie ein Eheweib ist, freut sie sich, Mutter zu sein.

[5] In pace in idipsum

R. In pace in idipsum dormiam et requiescam.
V. Si dedero somnum oculis meis et palpebris meis dormitationem
R. Dormiam et requiescam.
V. Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto.
R. In pace in idipsum dormiam et requiescam.

R. Ich werde mich in Frieden hinlegen und schlafen.
V. Wenn ich meine Augen ruhen und meine Lider schlummern lasse
R. Werde ich schlafen und meine Ruhe finden.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
R. Ich werde mich in Frieden hinlegen und schlafen.

[6] Dum transisset sabbatum

R. Dum transisset sabbatum Maria Magdalene, et Maria Iacobi, et Salome emerunt aromata, ut venientes ungerunt Iesum, alleluia.
V. Et valde mane una sabbatorum, veniunt ad monumentum orto iam sole.
R. Ut venientes ungerunt Iesum, alleluia.
V. Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto.
R. Alleluia.

R. Als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und Jesus zu salben. Halleluja.
V. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.
R. Um hinzugehen und Jesus zu salben. Halleluja.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
R. Halleluja.

[7] Jesu salvator saeculi

Jesu salvator saeculi
verbum Patris altissimi
lux lucis invisibilis
custos tuorum pervigis.

Tu fabricator omnium
discretor atque temporum
fessa labore corpora
noctis quiete recrea

Ut dum gravi in corpore
brevi manemus tempore
sic caro nostra dormiat
ut mens in Christo vigilet.

Te deprecamur supplices
ut nos ab hoste liberes
ne valeat seducere
tuo redemptos sanguine.

Quaesumus auctor omnium
in hoc paschali gaudio
ab omni mortis impetu
tuum defende populi.

Gloria tibi Domine
qui surrexisti a mortuis
cum Patre et Sancto Spiritu
in sempiterna saecula.

Jesus, Retter der Welt,
höchstes Wort des Vaters,
Licht des unsichtbaren Lichtes,
Hüter deiner Schafe.

Du, Schöpfer aller Dinge
und Gebieter der Jahreszeiten,
erquicke unsere von Arbeit ermüdeten Glieder
mit dem Frieden der Nacht,

So daß für die kurze Zeit, in der wir
in unserer schweren Leiblichkeit eingefangen sind,
unser Fleisch schlafen kann,
um die Seele für Christus zu erwecken.

Wir flehen Dich demütig an,
daß Du uns vom Feinde befreien mögest,
so daß er nicht die in Versuchung führt,
die durch Dein Blut erlöst wurden.

Schöpfer aller Dinge, wir bitten Dich
in dieser frohen Osterzeit:
Schütze Dein Volk
vor den Fallstricken des Todes.

Ehre sei Dir, Herr,
der Du vom Tod erstanden bist,
mit dem Vater und dem Heiligen Geist,
in alle Ewigkeit.

[8] Sermone blando

Sermone blando angelus
predixit mulieribus
in Galileam Dominus
videndus est a totius.

Ille dum pergunt concite
apostolis hoc dicere
videntes eum vivere
osculatur pedes Domini.

Quo agnito discipuli
in Galileam propere
pergant videre faciem
desideratam Domini.

Claro paschali gaudio
sol mundo nitet radio
cum Christum iam apostoli
visu cernunt corporeo.

Ostensa sibi vulneras:
in Christi carne fulgida
resurrexisse Dominum
voce fatentur publica.

Der Engel verkündete den Frauen
mit süßen Worten,
daß alle in Galilei
den Herrn erblicken würden.

Der Herr sprach zu den Aposteln,
als sie ihren Weg dahin eilten:
als sie ihn lebendig sahen,
küßten sie die Füße des Herrn.

Nachdem sie dies erfahren hatten,
eilten die Jünger nach Galilei
und sie gingen dahin,
um das geliebte Gesicht des Herrn zu erblicken.

Die Sonne erstrahlt
in heller Osterfreude,
als die Apostel nun
Christus mit eigenen Augen sehen.

Nachdem sie die Wunden gesehen hatten,
die vom Fleische Christi erstrahlten,
bekannten sie vor aller Welt,
daß der Herr auferstanden war.

[9] Jam Christus astra ascenderat

Jam Christus astra ascenderat
egressus unde venerat
promisso patris munere
sanctam daturus spiritum.

Solemnis urgebat dies
quo mystico septemplici
orbis volutus septies
signat beata tempora.

Dum hora cunctis tertia
repente mundus intonat
orantibus apostolis
deum venisse nuntiat.

De patris ergo lumine
decorus ignis almus est
qui fida Christi pectora
calore verbi compleat.

Dudum sacrata pectora
tua replesti gratia
dimitte nunc peccamina
et da quieta tempora.

Sit laus Patri cum Filio
sancto simul paraclito
nobisque mittat filius
charisima sancti spiritus.

Nun ist Christus aufgefahren zu den Sternen,
zurückkehrend von wo er gekommen ist,
nachdem er das Geschenk gebracht hat,
das der Vater versprochen hat, den Heiligen Geist.

Der feierliche Tag nahte sich,
dessen gesegnete Zeit gekennzeichnet ist,
durch die mystische sieben mal siebenmalige
Drehung der Erde.

Während der dritten Stunde,
erschallt plötzlich die ganze Erde,
und als die Apostel beten,
wird das Kommen des Herrn verkündet.

Darum geht vom Licht des Vaters
ein wunderbares und liebendes Feuer aus,
das die Herzen der Gläubigen Christi mit der Wärme seines Wortes erfüllt.

Diese geweihten Herzen
stärktest Du so erneut durch Deine Gnade;
vergib uns nun unsere Sünden
und schenke uns friedliche Zeiten.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist, dem Tröster,
und möge uns der Sohn die Gnade
des Heiligen Geistes schicken.

[10] Loquebantur variis linguis

R. Loquebantur variis linguis apostoli, alleluia; magnalia Dei, alleluia.
V. Repleti sunt omnes Spiritu Sancto, et ceperunt loqui.
R. Magnalia Dei, alleluia.
V. Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto.
R. Alleluia.

R. Die Apostel sprachen mit anderen Zungen, Halleluja; von den wunderbaren Werken Gottes, Halleluja.
V. Sie waren erfüllt vom Heiligen Geist und begannen zu sprechen.
R. Von den wunderbaren Werken Gottes, Halleluja.
V. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
R. Halleluja.

[11] Magnificat

Magnificat anima mea Dominum:
Et exsultavit spiritus meus: in Deo salutari meo.
Quia respexit humilitatem ancillae suae: ecce enim ex hoc beatam me dicent omnes generationes.
Quia fecit mihi magna qui potens est: et sanctum nomen ejus.
Et misericordia ejus a progenie in progenies: timentibus eum.
Fecit potentiam in brachio suo: dispersit superbos mente cordis sui.
Deposuit potentes de sede: et exaltavit humiles.
Esurientes implevit bonis: et divites dimisit inanes.
Suscepit Israel puerum suum: recordatus misericordiae suae.
Sicut locutus est ad patres nostros: Abraham et semini ejus in saecula.
Gloria Patri et Filio: et Spiritui Sancto.
Sicut erat in principio et nunc et semper: et in secula seculorum. Amen.

Meine Seele erhebt den Herrn:
Und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes.
Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.
Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.
Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten.
Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.
Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.
Die Hungrigen füllt er mit Gütern und läßt die Reichen leer ausgehen.
Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf,
wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war am Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit: Welt ohne Ende. Amen.

 

 

 
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Chapelle du Roi
 
Release date: September 1999
Order code: SIGCD010
Barcode: 635212001028
 
 
1 Hodie nobis caelorum [4:00]
2 Salvator mundi [4:28]
3 Quod chorus vatum [4:44]
4 Videte miraculum [9:11]
5 In pace in idipsum [6:11]
6 Dum transisset sabbatum [7:02]
7 Jesu salvator saeculi [4:00]
8 Sermone blando [5:31]
9 Jam Christus astra ascenderat [5:16]
10 Loquebantur variis linguis [4:15]
11 Magnificat [11:56]
Total running time: [66:41]

 

 

 

[images/index.htm] 02 August 2008